(21.11.2018) IG Metall und Betriebsräte fordern eine langfristige Perspektive für die Beschäftigten an den deutschen Standorten des Luft- und Raumfahrtkonzerns Airbus. In Betriebsversammlungen, Informationsveranstaltungen und auf Flugblättern wollen die Arbeitnehmervertreter am Freitag (23.11.) in Bremen, Buxtehude, Hamburg, Nordenham, Stade und Varel einen offenen Dialog mit dem Management zu den Zukunftsthemen des Konzerns einfordern. Die Beschäftigten von Airbus Operations, Airbus Defence and Space sowie Premium Aerotec beteiligen sich an einem Aktionstag, zu dem die IG Metall unter dem Motto "Zukunft gemeinsam gestalten" an allen deutschen Standorten aufruft.
"Mit den Entscheidungen für neue Technologien und Produkte sowie für Investitionen werden die Weichen für die Zukunft gestellt", sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste. "Wir erwarten, dass die Verantwortlichen für die deutschen Standorte wieder mehr Einfluss bekommen. Entscheidungen müssen vor Ort und nicht nur in der Zentrale in Toulouse getroffen werden."
Weiterhin offen sind die Auswirkungen der im Frühjahr angekündigten Ratenanpassungen A380 und A400M auf die Beschäftigten. "Anstatt auf eine juristische Entscheidung in der Einigungsstelle zu drängen, sollte die Geschäftsführung besser eine einvernehmliche Lösung mit dem Betriebsrat suchen", sagte Geiken. "Airbus hat insgesamt gut zu tun. Da muss es möglich sein, allen betroffenen Beschäftigten in anderen Programmen Arbeitsplätze anzubieten." Neben dem Ausschluss von betriebsbedingten Kündigungen fordern IG Metall und Betriebsräte den Stopp zusätzlicher Fremdvergaben und konkrete Konzepte für die betroffenen Standorte, mit denen die Auslastung dauerhaft gesichert wird.

Die Arbeitnehmervertreter sehen auch die Politik gefordert. "Als Miteigentümer muss sich die Bundesregierung einmischen, wenn es um Zukunftstechnologien und Standortentscheidungen geht", sagte IG Metall-Bezirksleiter Geiken. "Unsere in der vergangenen Woche vorgestellte Betriebsrätebefragung zeigt, dass der Norden aufpassen muss, damit er von der insgesamt erfreulichen Entwicklung in der Luft- und Raumfahrtbranche nicht abgehängt wird. Von den norddeutschen Landesregierungen erwarten wir deshalb, dass sie sich für die Arbeitsplätze und Standorte in der Branche stark machen", so der Gewerkschafter.