(08.07.2016) Die Beschäftigten des IT-Dienstleisters erhöhen den Druck im Tarifstreit. Die Demonstration per Fahrrad findet in der Hamburger Innenstadt statt, um die Forderungen der Kolleginnen und Kollegen in der Öffentlichkeit bekannter zu machen.
Die IG Metall ruft am Montag, den 11.07.2016 bundesweit zu Warnstreiks beim französischen IT-Dienstleister Atos auf. Die Aktionen sollen den Druck vor der nächsten Verhandlungsrunde am 12. und 13.07. in Freiburg (im Breisgau) noch einmal verstärken. Den Beschäftigten geht es nicht nur um eine Entgelterhöhung, sondern um die Anbindung an den Tarif der Metall- und Elektroindustrie. Die Hamburger Beschäftigten planen für ihren Warnstreik einen Fahrradkorso durch die Innenstadt mit Zwischenstopps bei den Redaktionshäusern vom Hamburger Abendblatt, ZEIT und SPIEGEL.
Die Polizei wird am kommenden Montag einige Straßen der Hamburger Innenstadt für eine Fahrradtour der Atos-Beschäftigten sperren. "Um unsere Forderung in der Öffentlichkeit bekannter zu machen, planen wir einen Fahrradkorso durch die Innenstadt", sagt Lars Dinse, Leiter des betrieblichen IG Metall Vertrauenskörpers in Hamburg. Der Korso startet beim Sitz von Atos in der Hamburger Straße und macht vor den Redaktionen vom Hamburger Abendblatt, ZEIT und SPIEGEL halt, um zu Pressegesprächen einzuladen. "Wir wollen den Medien unsere Anliegen näherbringen und machen dazu einen kurzen Halt bei einigen Redaktionshäusern", so Dinse.
Für Atos gilt seit 2013 der Rahmentarifvertrag IT-Dienstleistungen, der Entgelterhöhungen mit einer einmonatigen Verzögerung an die Tariferhöhungen in der Metall- und Elektroindustrie koppelt. 2015 ist die Erhöhung aus wirtschaftlichen Gründen mit Zustimmung der IG Metall ausgesetzt worden. Die IG Metall konnte aber durchsetzen, dass allen IG Metall-Mitgliedern der fällige Geldbetrag aus der Tariferhöhung 2015 in Höhe von 3,4 Prozent als Einmalzahlung ausgezahlt wird. Teil der Vereinbarung war aber auch das Nachholen der Erhöhung in diesem Jahr, wenn es für das Unternehmen wirtschaftlich leistbar sei.
Die Arbeitgeberseite legte bei der letzten Verhandlungsrunde zwar ein Angebot von 3,4 Prozent für 2015 vor. Allerdings will der Arbeitgeber die 2,8 Prozent für 2016 und die 2,0% für 2017 aus dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie mit einem Maßnahmenpaket zur Entgeltdifferenzierung verknüpfen. Das bedeutet, dass der Arbeitgeber sich vorbehält, davon abzuweichen, wenn er es für nötig hält. So wird es zukünftig keine Tariferhöhung im eigentlichen Sinne mehr geben. "Dem Unternehmen geht es gut und die Dividende für Aktionäre wurde dieses Jahr um 38 Prozent erhöht. Da ist es nicht nachvollziehbar, dass die Beschäftigten für 2016 und 2017 nicht auch etwas vom erwirtschafteten Erfolg abbekommen sollen", sagt Dinse.