Schiffbau-Umfrage 2007

"Auftragsboom darf nicht verpuffen"

(24.09.2007) „Der Auftragsboom auf den deutschen Werften droht zu verpuffen, wenn nicht weitere Neueinstellungen und zukunftssichere Jobs von den Werften angeboten werden“, so Jutta Blankau, Bezirksleiterin der IG Metall Küste.

Ausgelastete Werften an der Küste

Auch wenn im letzten Jahr knapp drei Prozent bzw. 587 Arbeitnehmer mehr als noch im Jahr zuvor auf den deutschen Werften beschäftigt waren und erstmals seit 2004 wieder mehr als 20.000 Stammarbeitskräfte tätig sind, so muss doch festgestellt werden, dass Neueinstellungen von den Werften nicht in entsprechendem Umfang durchgeführt werden. Statt dessen werden die schon überfüllten Arbeitszeitkonten weiter aufgebaut oder Überstunden überproportional ausgeweitet. Allein hier gibt es eine Steigerung zum Vorjahreszeitraum um 94 Prozent.

Darüber hinaus sind alleine über 15.000 Leiharbeiter und Werkvertragsnehmer im Berichtszeitraum auf den Werften zum Teil langfristig tätig. Um so enttäuschter ist Blankau von der zu erwartenden Prognose für das Jahr 2009, in der die Betriebsräte keine weitere Steigerung des Beschäftigungsvolumens prognostizieren, sondern eher davon ausgehen, dass der bisherige Stand gehalten oder sogar leicht abgesenkt wird. Gerade die dargestellten Zahlen machen deutlich, so Blankau, dass die Werften weiterhin langfristige Leiharbeitskräfte und Werkverträge in feste Arbeitsplätze umwandeln müssen.

Positiv betont Blankau, dass sich die Zahl der Auszubildenden auf den deutschen Werften deutlich erhöht hat. Die auf der 5. nationalen maritimen Konferenz verabredeten Ziele, 10 Prozent mehr Ausbildungsstellen im Schiffbau zu erzielen, wurden nach Angaben der Betriebsräte deutlich realisiert. 1390 junge Menschen befinden sich zur Zeit in der Ausbildung. Dies entspricht einer durchschnittlichen Ausbildungsquote von 6,8 Prozent.



Die gemeinsam mit dem Verband Schiffbau und Meerestechnik (VSM) im September 2007 durchgeführte Schiffbauwoche „Schiffbau – Beruf - Perspektiven - Karriere“ bewertet Blankau in diesem Zusammenhang als positive Initiative der industriellen Partner. Allein in Deutschland konnten über 2.000 Schülerinnen und Schüler ein Bild gewinnen von einer leistungsfähigen Hightech-Branche, die attraktive und sichere Arbeitsplätze bietet. „Allerdings, so Blankau, können solche Initiativen nur langfristig, kontinuierlich und in Partnerschaft von Industrie, Gewerkschaften, Schulen, Politik und anderen Institutionen zielfördernd sein“. Die IG Metall wird daher gemeinsam mit dem VSM im April 2008 diese Initiative fortsetzen und auf europäischer Ebene eine Europäische Schiffbauwoche mit vielfältigen attraktiven Angeboten durchführen in gemeinsamer Verantwortung zwischen dem Europäischen Metallgewerkschaftsbung (EMB) und der Eupäischen Schiffbauvereinigung (CESA).

:: Beschäftigung, Auftragslage und Perspektiven im deutschen Schiffbau (PDF | 220 KiB)

:: Präsentation der 16. Betriebsrätebefragung (PDF | 75 KB)

:: Positionspapier der IG Metall Küste (PDF | 34 KB)