(07.04.2011) Die IG Metall Küste sieht gute Chancen für die deutschen und europäischen Werften beim Bau von Spezialschiffen wie Fähren, Kreuzfahrtschiffen und für die Errichtung von Offshore-Windkraftanlagen.
„Mit neuen Aufträgen aus diesem Bereich haben sich die europäischen Schiffbauer in den vergangenen Monaten gegenüber der Konkurrenz aus Südkorea, Japan und China behauptet“, sagte Heino Bade, Schiffbauexperte der IG Metall Küste, heute auf einer Konferenz der SPD-Bundestagsfraktion in Berlin.
Die Schiffbauindustrie müsse den Aufbau der Offshorefelder in Nord- und Ostsee nutzen, um in diesem Bereich Forschung und Entwicklung sowie Unternehmenskooperationen voranzutreiben. „So lassen sich weg brechende Märkte im Handelsschiffbau kompensieren“, erklärte der Gewerkschafter, der auch Vorsitzender des Schiffbauausschusses des Eu-ropäischen Metallgewerkschaftsbundes (EMB) ist.
Bade forderte die Bundesregierung auf, das 5-Milliarden-Euro-Programm zur Finanzierung von Offshore-Projekten für die Werften zu öffnen. Die KfW-Bank könne aus diesem Programm beispielsweise zinsgünstige Schiffbaukredite geben. Das würde helfen, die nach wie vor bestehenden Engpässe im Bereich der Schiffsbaufinanzierung zu überwinden, so der Gewerkschafter.
Für den Militärschiffbau in Deutschland fordert die IG Metall Küste einen industriepolitischen Dialog zwischen Bundesregierung, Industrie und Gewerkschaft. „Angesichts der neuen Strukturen in der Branche und den knapper werdenden öffentlichen Mitteln geht es um die Sicherung der industriellen Kernfähigkeiten im Marineschiffbau“, erklärte Bade auf der Konferenz.
:: Medien-Information 14/2011 (PDF | 26 KiB)