(11.09.2014) Nach Einschätzung der Betriebsräte ist die Zahl der Beschäftigten auf den norddeutschen Werften mit 15.171 weitgehend stabil. Während die Beschäftigung in den vergangenen zwölf Monaten leicht um 3,7 Prozent (- 582 Arbeitsplätze) zurückgegangen ist, erwarten die Arbeitnehmervertreter für 2015 einen moderaten Stellenaufbau. Das ist das Ergebnis der Schiffbauumfrage von IG Metall Küste, Institut Arbeit und Wirtschaft der Universität Bremen sowie Agentur für Struktur- und Personalentwicklung (AgS), an der sich Betriebsräte aus 40 Unternehmen beteiligt haben.
„Unsere Befragung zeigt, dass der Schiffbau das Rückgrat der maritimen Wirtschaft in Norddeutschland ist. Werften und Zulieferer beschäftigten insgesamt rund 100.000 Menschen, den größten Teil davon in den fünf norddeutschen Bundesländern“, sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste. „Von den Regierungen des Bundes und der Länder erwarten wir deshalb, dass sie die Branche unterstützen, etwa durch die Förderung von Innovationen oder bei der Absicherung der Finanzierung von Aufträgen.“
Die Befragung macht auch deutlich, dass immer mehr Ingenieure und Techniker in den Betrieben arbeiten. Eine Forschungs- und Entwicklungsstrategie sehen die Betriebsräte aber lediglich in etwas mehr als einem Fünftel aller Werften. „Mit dem Spezialschiffbau steigen die Anforderungen an die Unternehmen. Sie müssen sich stärker auf Forschung und Entwicklung konzentrieren“, forderte Bezirksleiter Geiken.
Bei den neuen Aufträgen dominieren Kreuzfahrtschiffe, Yachten und Fähren. „Erfreulich ist, dass auch Aufträge für Spezialschiffe aus der Offshore-Industrie neu in die Bücher gekommen sind. Nachdem die Reform des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) für Klarheit gesorgt hat, erwarten wir von den Unternehmen, dass die weiteren Aufträge für Arbeitsplätze an der Küste sorgen.“
Nach den Berechnungen der Wissenschaftler arbeiten neben den 15.171 Stammbeschäftigten mehr als 6000 Beschäftigte mit Werkvertrag und rund 2500 Leiharbeitskräfte auf den Werften. „Auch wenn die Zahlen leicht rückläufig sind, ist die Gefahr von Missbrauch bei Leiharbeit und Werkverträgen nach wir vor groß“, sagte Geiken. „Wir werden deshalb weiter auf tarifliche und gesetzliche Regelungen drängen.“
:: Schiffbauumfrage (PDF | 1565 KiB)
:: Schiffbauumfrage Präsentation (PDF | 555 KB)
:: Positionspapier AG Schiffbau IG Metall Küste (PDF | 32 KB)