(10.06.2014) Die IG Metall Küste hat die Diskussion über die qualitativen Forderungen für die Tarifrunde 2015 in der Metall- und Elektroindustrie gestartet. Nach einer Auswertung der Beschäftigtenbefragung der IG Metall auf zwei Regionalkonferenzen mit insgesamt rund 500 Teilnehmern und in der großen Tarifkommission des Bezirks zeichnen sich zwei zentrale Themen ab: flexible Übergänge in die Rente sowie mehr Geld und Zeit für die persönliche Weiterbildung.
„Wir brauchen eine Forderung, mit der die Altersteilzeit gesichert, dem neuen gesetzlichen Rahmen angepasst und nach unseren Ansprüchen weiterentwickelt wird“, sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste. „Dabei wollen wir den Blick insbesondere auf die unteren und mittleren Einkommensgruppen legen, die die Altersteilzeit bislang nur wenig nutzen.“ Zum Hintergrund: Die Einführung der Rente mit 63 verpflichtet die IG Metall, den Tarifvertrag Flexible Altersübergänge (TV Flex-Ü) neu zu verhandeln.
Außerdem will die IG Metall Küste eine Forderung entwickeln, die allen Beschäftigten einen besseren Zugang zu Weiterbildungen sichert und Raum für weitere Abschlüsse etwa an der Meister- oder Technikerschule bietet. „Jeder soll einen Anspruch auf Geld und Zeit für Weiterbildung bekommen, zum Beispiel für eine Fortbildung in Vollzeit«, so Geiken. „Gedacht ist auch an Modelle wie Bildungsteilzeit für junge Leute nach der Ausbildung.“
Mittelfristig muss das Thema Arbeitszeit angegangen werden: „Die Arbeitszeiten laufen aus dem Ruder. Deshalb brauchen wir neue Regelungen für Arbeitszeiten, mit denen sich Leben und Arbeiten besser vereinbaren lassen“, sagt der Bezirksleiter.
Bis Anfang Juli ist Zeit, über die qualitativen Forderungen im Betrieb und vor Ort weiter zu diskutieren. Am 2. Juli werden die Ergebnisse dann auf einer Tariftagung des Bezirks ausgewertet. Die Diskussion über die Höhe der Forderungen für eine Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen beginnt im September. Beschlossen werden die Forderungen für die Tarifrunde 2015 Ende November.
:: Medien Information 17/2014 (PDF | 27 KiB)