(16.10.2008) Den meisten Unternehmen der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie geht es hervorragend.
Das belegt eine Blitzumfrage, an der sich die Betriebsräte von 130 Unternehmen aus Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen beteiligt haben. „Die Krise an den internationalen Finanzmärkten hat bislang so gut wie keine Auswirkungen“, sagte Daniel Friedrich, Tarifsekretär der IG Metall Küste. „Die Arbeitgeber sollen endlich aufhören, die Menschen mit ihren Horror-szenarien zu verunsichern.“ Friedrich forderte die Arbeitgeber auf, in der zweiten Verhandlungsrunde ein Angebot vorzulegen: „Die beste Antwort auf die Finanzkrise ist ein zügiger und akzeptabler Abschluss. Anfang November müssen wir Klarheit haben.“
Nach der Umfrage ist die wirtschaftliche Situation in 65 Prozent der Unternehmen sehr gut bis gut. Weitere 30 Prozent beurteilen die Lage als befriedigend oder aus-reichend. In nur fünf Prozent der Unternehmen ist die wirtschaftliche Situation man-gelhaft. Das Auftragsniveau sehen die Betriebsräte in 92 Prozent der Unternehmen auf hohem bzw. mittlerem Niveau. Aufträge auf niedrigem Niveau gibt es nur in acht Prozent der Betriebe. Auch im Vergleich zum Vorjahr ist die Auftragslage in etwa der Hälfte der Firmen stabil. Mehr als ein Viertel der Betriebsräte bewertet die Auftrags-lage sogar besser als im Vorjahr. Etwa die Hälfte der Arbeitnehmervertreter gab an, dass Arbeitszeitkonten und Mehrarbeit nach wie vor hoch sind. Darüber hinaus er-klärten 13 Prozent, dass diese aufgrund der guten Auftragslage weiter steigen. „Überstunden und Wochenendarbeit sind immer noch weit verbreitet, sie gehen jetzt aber langsam auf ein Normalniveau zurück“, sagte Friedrich. Der Gewerkschafter machte auch deutlich, dass die Lage bei manchen Automobilherstellern nichts mit der Finanzkrise zu tun hat. „Dass der Absatz zurückgeht und nicht alle Gewinnerwar-tungen aufgehen, war seit langem absehbar“, so Friedrich.
Für die Zukunft sind die Betriebsräte zuversichtlich: Fast 80 Prozent beurteilen die wirtschaftliche Perspektive ihrer Unternehmen sehr gut, gut oder befriedigend. „In der Metall- und Elektroindustrie wird nach wie vor kräftig verdient“, sagte Friedrich. 57 Prozent der Befragten erklärten, dass die Gewinnsituation in ihren Betrieben extrem gut oder gut ist. „Für uns ist deshalb klar – wir bleiben bei der Forderung nach acht Prozent mehr Geld“, so der Tarifsekretär.
Die Betriebsräte der 130 Unternehmen wurden zwischen dem 1. und 14. Oktober befragt. Sie vertreten rund 80.000 Beschäftigte der norddeutschen Metall- und Elek-troindustrie. Die IG Metall Küste und der Arbeitgeberverband NORDMETALL treffen sich am Donnerstag, 23. Oktober, um 13 Uhr zu ihrer zweiten Verhandlungsrunde in Bremen. Die Friedenspflicht endet am 31. Oktober. Vom 1. November an sind Streiks in den Betrieben möglich.
Die Präsentation der Blitzumfrage erhalten Sie anliegend.
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