(17.10.2012) Die IG Metall Küste hat mit Empörung auf die Ankündigung der Insolvenz der SIAG Nordseewerke in Emden reagiert. „Wir sind fassungslos über das Vorgehen von Landesregierung, Geschäftsführung und Banken. Die Beschäftigten sind die Leidtragenden eines dilettantischen Rettungsversuches, der sogar noch vor Ablauf der von Ministerpräsident David McAllister gesetzten Frist gescheitert ist“, sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste, auf einer Kundgebung vor dem Emder Rathaus.
Montagabend hat der Ministerpräsident den Beschäftigten Hoffnung auf eine Rettung gemacht. Anderthalb Tage später stellt die Geschäftsführung einen Insolvenzantrag, obwohl es am Freitag weitere Gespräche in Hannover geben soll. „Das ist ein unwürdiges Verhalten ohne Beispiel, das auf dem Rücken von 700 Beschäftigten und ihren Familien ausgetragen wird“, so Bezirksleiter Geiken. Er nahm den Ministerpräsidenten in die Pflicht: „McAllister steht bei den Beschäftigten im Wort. Er hat die Rettung der Nordseewerke zur Chefsache gemacht und ist jetzt erst recht gefordert.“
Der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Emden, Wilfried Alberts, erklärte: „Die Anmeldung der Insolvenz ist ein schwerer Schlag für uns alle in Emden. Sie darf aber nicht das endgültige Aus für den Standort bedeuten. Wir brauchen vom Land weitere Unterstützung, damit die Kunden nicht abwandern und wir genügend Zeit bei der Suche nach neuen Investoren haben. Klar ist: Wir werden weiter für den Erhalt der 700 Arbeitsplätze und die Sicherung der industriellen Kompetenzen kämpfen.“
:: Medien Information 56 / 2012 (PDF | 26 KiB)