Mecklenburg-Vorpommern: Initiative mit Arbeitgebern und Landesregierung gefordert

Gewerkschaften wollen Tarifbindung stärken

(11.01.2011) Die Gewerkschaften in Mecklenburg-Vorpommern haben Arbeitgeber und Landesregierung aufgefordert, sich gemeinsam für eine Stärkung der Tarifbindung und damit für eine bessere Bezahlung der Beschäftigten einzusetzen.

„Billiglöhne sind nicht die Zukunft des Landes. Nur wenn die Rahmenbedingungen stimmen und Tarifverträge faire Arbeitsbedingungen festschreiben, haben wir eine Chance, den drohenden Fachkräftemangel und die Abwanderung von jungen Menschen zu stoppen“, erklärte der DGB-Nord-Vorsitzende Uwe Polkaehn am Dienstag in Schwerin. Gemeinsam mit der Bezirksleiterin der IG Metall Küste, Jutta Blankau, forderte er, den Beispielen Sachsen-Anhalts und Thüringens zu folgen und eine Initiative zur Stärkung der Tarifbindung mit Arbeitgebern und Landesregierung zu starten.

„Wir müssen das Wahljahr nutzen, um in einem gemeinsam Pakt deutlich zu machen, dass wir in Mecklenburg-Vorpommern faire Arbeits- und Ausbildungsbedingungen wollen“, erklärte Blankau. „Von einer Stärkung der Tarifbindung profitieren alle Seiten: Die Beschäftigten bekommen bessere Löhne und eine bessere soziale Sicherung. Die Unternehmen können Fachkräfte besser halten oder anwerben, und das Land profitiert, weil weniger Fachkräfte in andere Bundesländer abwandern“, so die IG Metall-Bezirkschefin.

Die Gewerkschaften erkennen bei Arbeitgebern und Landesregierung ein Umdenken. Die Verhandlungen über eine Initiative zur Stärkung der Tarifbindung verlaufen ihnen aber zu zögerlich. „Während es in den anderen ostdeutschen Bundesländern bereits um die praktische Umsetzung geht, sind wir noch immer dabei, uns auf eine gemeinsame Erklärung zu einigen“, kritisierte DGB-Nord-Chef Polkaehn. „Wir wollen, dass sich mehr Unternehmen in den Arbeitgeberverbänden und mehr Beschäftigte in den Gewerkschaften beteiligen. Dafür müssen sich die Sozialpartner in Mecklenburg-Vorpommern stärker engagieren“, erklärte er.

Bestandteile einer gemeinsamen Erklärung zur Stärkung der Tarifpartnerschaft in Mecklenburg-Vorpommern:

- Weiterentwicklung der Flächentarifverträge durch die Tarifvertragsparteien: Unterzeichner setzen sich für eine stärkere Beteiligung der bisher nicht organisierten Unternehmen und Beschäftigten ein und treten für starke Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften ein.

- Die Landesregierung wird bei Kontakten mit Unternehmen auf die Bedeutung der Flächentarifverträge und die Mitgliedschaft bei den Tarifpartnern hinweisen – auch bei der Vergabe von Fördermitteln.

- Regelmäßige Treffen der Landesregierung mit Tarifpartnern der einzelnen Branchen, um aktuelle Fragen der Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik zu erörtern.

- Veröffentlichung der Unternehmen, die sich an Tarifverträge binden, auf den Internetseiten der Landesregierung (als Anreiz für Pendler und Zuwanderer).

:: Medien-Information 01/2011 (PDF | 96 KiB)