Bei Rohrhersteller EEW in Rostock gelten künftig Tarifverträge

Gute Arbeit verdient guten Tarif

(23.08.2011) Für die 270 Beschäftigten der EEW Special Pipe Constructions GmbH in Rostock gelten künftig die Tarifverträge der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie.

„EEW ist eines der ersten Unternehmen, das sich nach Unterzeichnung der Erklärung zur Stärkung der Tarifpartnerschaft für einen Beitritt in den Arbeitgeberverband und damit für die Tarifbindung entschlossen hat. Weitere Firmen sollten diesem Beispiel folgen. Die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern machen gute Arbeit und haben einen guten Tarif verdient“, erklärte der Bezirksleiter der IG Metall Küste, Meinhard Geiken heute auf einer Betriebsversammlung, an der auch Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) und Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) teilnahmen.

Mehr Sicherheit für die Beschäftigten
„EEW hat seit Anbeginn dafür Sorge getragen, dass die erforderlichen internationalen hohen Leistungen auch mit einer angemessenen Entlohnung sowie weiteren arbeitsrechtlich relevanten Vergütungen für die Belegschaft verbunden sind. Maßgebende Grundlage dafür war seit jeher eine weitgehende Anlehnung an die tariflichen Abkommen für die Metallindustrie. Von daher haben wir heute folgerichtig den Beitritt des Tochterunternehmens, der EEW SPC GmbH, zum Arbeitgeberverband Nordmetall und die damit zusammenhängende Tarifbindung unterzeichnet“, sagten EEW-Geschäftsführer Heiko Mützelburg und Gesellschafter Karl Klös-Hein. Der Betriebsratsvorsitzende Frank Sass ergänzte: „Die Tarifbindung bedeutet für uns Beschäftigte mehr Sicherheit. Durch den künftigen Anspruch auf Tarif werden die Mitarbeiter auch am Erfolg und Wachstum beteiligt.“

Thomas Klischan, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes NORDMETALL, freut sich über den Beitritt von EEW: „Das ist eine gute Nachricht nicht nur für die Belegschaft, sondern auch für die Gemeinschaft der Metall- und Elektrounternehmen und für den ganzen Wirtschaftsstandort Mecklenburg-Vorpommern. Die Entscheidung des Unternehmens zeigt, dass der Flächentarifvertrag auch für stark im Wettbewerb stehende Unternehmen eine Option ist. Er garantiert Betriebsfrieden, Planungssicherheit und bietet mittlerweile viele betriebliche Gestaltungsmöglichkeiten.“

In einem gesonderten Tarifvertrag ist die Überführung in den Flächentarifvertrag fest-gehalten. So wird zum Beispiel die Leistungszulage von insgesamt sechs Prozent erst nach und nach eingeführt. In der Produktion wird solange allerdings ein Teil der Pausen bezahlt.

Pakt für Tarifbindung
Landesregierung, Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften in Mecklenburg-Vorpommern hatten sich in einer gemeinsamen Erklärung verpflichtet, für eine Stärkung der Tarifbindung einzutreten. „Wir erwarten auch von der künftigen Landesregierung, dass sie sich für faire und sichere Arbeit einsetzt“, erklärte IG Metall-Bezirksleiter Geiken. Nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) galten in Mecklenburg-Vorpommern 2010 in 21 Prozent der Betriebe Tarifverträge. Diese erfassten 46 Prozent der Beschäftigten.

:: Medien-Information 32/2011 (PDF | 46 KiB)