(30.06.2015)
Betriebsräte in der Windindustrie sehen eine positive Auftragsentwicklung und Beschäftigungsperspektive für ihre Branche. Das geht aus einer Umfrage der IG Metall hervor, deren Ergebnisse heute veröffentlicht wurden. Allerdings stellten die Betriebsräte deutlichen Handlungsbedarf fest, sowohl innerhalb der Unternehmen, als auch bei den politischen Rahmenbedingungen.
Dazu gehören der Ausbau guter Arbeitsbedingungen, eine Stärkung der Mitbestimmung und größere Beteiligung der Betriebsräte an Forschung und Entwicklung sowie eine strategische Personalplanung. Die Hälfte der befragten Unternehmen nannten z.B. Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung.
„Die Innovationsfähigkeit in der jungen Branche Windindustrie muss gestärkt werden, sonst hat die Branche im Wettbewerb um die besten Köpfe das Nachsehen. Gute Arbeitsbedingungen und Mitbestimmung sind dafür ein wichtiger Stützpfeiler. Beteiligung als Motivations- und Gestaltungsfaktor muss von den Unternehmen als Wettbewerbsvorteil erkannt werden“, sagte Wolfgang Lemb, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall.
Handlungsbedarf bestehe auch auf den Feldern Ausbildung, Leiharbeit, Werkverträge und Befristungen. Die Leiharbeitsquoten liegen in der Spitze bei 33 Prozent. Bei den Werkverträgen seien es sogar 50 Prozent. Dazu bekommt fast ein Viertel aller neu eingestellten Beschäftigten lediglich einen befristeten Arbeitsvertrag. Die Ausbildungsquoten seien speziell bei den nicht tarifgebundenen Unternehmen deutlich zu niedrig. Meinhard Geiken, Bezirksleiter IG Metall Küste: „Um Knowhow zu sichern und einen guten Wissenstransfer zu ermöglichen, braucht es in der Windindustrie einen weiteren Aufbau von regulärer Beschäftigung und einen Abbau von Leiharbeit, Werkverträgen sowie Befristungen. Mehr Ausbildung muss ein zentrales Anliegen der Unternehmen sein, um Beschäftigte langfristig in der Branche zu halten und ihr Wissen zu sichern.“
Aus Sicht von IG Metall und Betriebsräten brauche die Branche politisch stabile Rahmen- und Ausbaubedingungen. Das gelte auch für die anstehende Einführung von Ausschreibungsmodellen im EEG. Ziel müsse es sein, langfristige Planbarkeit von Investitionen und Beschäftigung zu erreichen.
Als Grundlage für die Umfrage dienten die Antworten von 35 Betrieben mit 17.050 Beschäftigten entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Windenergieindustrie. Die Befragung wurde von der Agentur für Struktur- und Personalentwicklung GmbH (AGS) im Auftrag der IG Metall durchgeführt und gefördert durch die Hans Böckler Stiftung.
Eine Präsentation der wichtigsten Ergebnisse finden Sie im Anhang.
:: Download (PDF | 4077 KiB)