IG Metall Küste fordert mehr Dauerarbeitsplätze statt Leiharbeit

Gute Aussichten in der Luft- und Raumfahrtindustrie

(14.08.2013) Der Aufwärtstrend in der norddeutschen Luft- und Raumfahrtindustrie ist ungebrochen: Nach einer Befragung der IG Metall unter Betriebsräten gehen neun von 13 Betrieben davon aus, dass sich die Auftragslage verbessern wird. Das führt auch zu einem weiteren Aufbau an Beschäftigung. Allerdings beklagen acht der 13 Betriebe Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen. „Die Unternehmen müssen sich noch stärker ins Zeug legen, damit es ihnen in den nächsten Jahren nicht an Fachkräften mangelt“, sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste. „Die Ausbildungsquote ist mit 4,2 Prozent zu niedrig. Und auch die Angebote für Dual Studierende reichen nicht aus.“

Auf Kritik der Gewerkschaft stößt der hohe Anteil an Leiharbeit an der Gesamtbeschäftigung. Von den mehr als 25.500 erfassten Mitarbeitern waren fast 6.000 Leiharbeiter. Das entspricht einer Quote von fast 19 Prozent. Mit einer Quote von etwas über drei Prozent gewinnen auch Werkverträge in der norddeutschen Luft- und Raumfahrtindustrie eine zunehmende Bedeutung. „Für eine Branche mit prall gefüllten Auftragsbüchern gibt es keinen Grund, die Menschen in unsichere, oft schlechter bezahlte Arbeitsverhältnisse zu drängen“, so Geiken. „Wer neue Mitarbeiter gewinnen will, muss ihnen auch einen festen und fairen Arbeitsvertrag bieten.“

Die Befragung zeigt, dass es deutlich mehr Dauerarbeitsplätze geben könnte: Das Gesamtbeschäftigungspotenzial der norddeutschen Betriebe liegt bei 35.000 Vollarbeitsplätzen – rund 9.000 mehr als die heutigen Stammarbeitsplätze. Darin eingerechnet sind neben Leiharbeit und Werkverträgen auch Arbeitszeitkonten und Überstunden.

Die Umfrage wurde von der Agentur für Struktur- und Personalentwicklung GmbH (AgS) im Auftrag der IG Metall von März bis Mai 2013 durchgeführt. Im Bezirk Küste beteiligten sich daran Betriebsräte aus 13 Betrieben mit mehr als 25.500 Beschäftigten.

:: Medien-Information 51 / 2013 (PDF | 27 KiB)

:: Ergebnisse der Befragung (PDF | 252 KB)