(26.06.2014) Vor der dritten Verhandlungsrunde für die 75.000 Beschäftigten der nordwestdeutschen Stahlindustrie erhöht die IG Metall wie an anderen Standorten auch in Bremen den Druck auf die Arbeitgeber. „Bei den nächsten Verhandlungen am 30. Juni in Düsseldorf muss ein tragfähiges Angebot auf den Tisch“, sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste. „Wenn sich die Arbeitgeber nicht bewegen, werden wir in Bremen wie in allen Werken kurzfristig zu Warnstreiks aufrufen.“
Die IG Metall fordert für die 75.000 Beschäftigten in Bremen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen fünf Prozent mehr Lohn, Gehalt und Ausbildungsvergütung ab 1. Juni für zwölf Monate. Zudem sollen die Tarifverträge zur Altersteilzeit, zur Beschäftigungssicherung und zur unbefristeten Übernahme der Ausgebildeten verlängert und ein Einstieg in die tarifliche Regelung von Werkverträgen geschafft werden.
Werkverträge sind auch ein wichtiges Thema der Betriebsräte bei ArcelorMittal in Bremen: „Wir haben die Ein- und Ausgangszeiten am Werkstor der Hütte überprüft und dabei teilweise erhebliche Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz festgestellt“, sagte der Betriebsratsvorsitzende Klaus Hering. „Wenn Beschäftigte mit Werkvertrag zwölf und mehr Stunden arbeiten, sind sie ein Sicherheitsrisiko für alle Kolleginnen und Kollegen. Für uns war das der Anstoß, verbindliche und einheitliche soziale Mindeststandards zu fordern, die jetzt durch Tarifvertrag abgesichert werden sollen.“
Die Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Bremen, Ute Buggeln, kündigte an, dass sich die Gewerkschaft auch in anderen Betrieben Werkverträge vornehmen will: „Wir werden es nicht hinnehmen, dass die Unternehmen immer mehr Bereiche auf Kosten der Stammbeschäftigten ausgliedern oder an andere Firmen vergeben.“
:: Medien Information 22 / 2014 (PDF | 26 KiB)