(12.05.2016) Vor der heutigen Ministerpräsidentenkonferenz zur Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) warnt die IG Metall Küste vor einem Abwürgen der Energiewende. "Die Regierungen in Bund und Ländern müssen zeigen, dass sie die Energiewende vorantreiben wollen. Eine starre Deckelung des Ausbaus, wie es der aktuelle Gesetzentwurf vorsieht, ist deshalb falsch und gefährdet Arbeitsplätze", sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste. Der für das Jahr 2025 angepeilte Anteil der Erneuerbaren Energien von 40 bis 45 Prozent am gesamten Stromverbrauch dürfe nicht als Obergrenze missverstanden werden.
Der Gewerkschafter erinnerte an den Wismarer Appell für einen weiteren Ausbau der Windenergie an Land und auf See, mit dem die Regierungschefs der norddeutschen Bundesländer und Branchenvertreter Anfang des Jahres auf Änderungen bei der EEG-Reform gedrängt hatten. Darin heißt es: Um für die Unternehmen die Planungsgrundlage zu erhalten und Arbeitsplätze zu sichern, müsse der Zubau von 2,5 GW netto pro Jahr für Windenergie an Land und zwei, besser drei Windparks in Nord- und Ostsee (mindestens 0,9 GW) gesichert werden. "Von den norddeutschen Ministerpräsidenten erwarten wir, dass sie darauf in den Verhandlungen heute Abend bei der Bundeskanzlerin drängen. Nur so lässt sich ein erneuter Fadenriss beim Ausbau der Windenergie vermeiden", so Geiken.
Bei der Diskussion um die Energiewende müsse die große industriepolitische Bedeutung der Windbranche für ganz Deutschland stärker berücksichtigt werden: "Mit verlässlichen Rahmenbedingungen kann die Energiewende zu einem echten Jobmotor für die deutsche Industrie werden", so Geiken. In Deutschland habe sich schon jetzt eine dynamische Windindustrie mit 150.000 Beschäftigten entwickelt, deren Technologie in vielen Bereichen führend auf den wachsenden Weltmärkten sei.