(13.09.2019) Die IG Metall Küste drängt auf einen weiteren Aufbau der Stammbelegschaften auf den Werften. Nach einer Befragung von Betriebsräten, die die Agentur für Struktur- und Personalentwicklung (AgS) im Auftrag der Gewerkschaft durchgeführt hat, ist die Zahl der Beschäftigten auf den Werften gegenüber dem Vorjahr um 7 Prozent auf 18.122 gestiegen. "Wir freuen uns über diese weiterhin positive Entwicklung, die vor allem vom Kreuzfahrtschiffbau sowie von Yacht- und Marineaufträgen getragen wird", sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste. "Sorgen bereitet uns allerdings, dass zahlreiche Werften verstärkt Leiharbeit und Werkverträge nutzen. Ein Anteil von über 60 Prozent an Werkvertragsbeschäftigten bei einzelnen Unternehmen ist viel zu hoch."
Außerdem fordert die Gewerkschaft mehr Ausbildungsplätze auf den Werften. Laut der Befragung ist die Ausbildungsquote auf 5,9 Prozentpunkte weiter gesunken. Auch der Anteil an Dualstudierenden ist zurückgegangen. IG Metall-Bezirksleiter Geiken forderte Arbeitgeberverbände und Bundesregierung deshalb auf, gemeinsam mit der Gewerkschaft die maritime Bildungsoffensive zu starten, die auf der 11. Nationalen Maritimen Konferenz in Friedrichshafen vereinbart worden ist. "Nur wer ausreichend ausbildet, sichert die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens und der Schiffbaubranche insgesamt", so der Gewerkschafter.
Besonders deutlich ist der Anstieg an Beschäftigung auf den Werften in Mecklenburg-Vorpommern. Seit 2017 hat sich die Zahl der Beschäftigten dort auf 4400 mehr als verdoppelt. Das liegt insbesondere an den MV Werften, die an den Standorten in Rostock, Stralsund und Wismar die Produktion von Kreuzfahrtschiffen und Megayachten auf-bauen. Geprägt wird der deutsche Markt weiterhin von fünf großen Gruppen: thyssenkrupp Marine Systems, Meyer, Genting/MV Werften, Lürssen und German Naval Yards. Knapp 80 Prozent der Beschäftigten arbeiten an Standorten dieser Werftengruppen.
An der 28. Schiffbauumfrage im Auftrag der IG Metall beteiligten sich Betriebsräte von 39 Werften mit insgesamt 18.122 Beschäftigten.
:: Ergebnisse der 28. Schiffbauumfrage (PDF | 525 KiB)