(08.12.2017) In der Tarifrunde für die 140.000 Beschäftigten der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie hat die IG Metall Küste ein neues Angebot der Arbeitgeber gefordert. "So kommen wir am Verhandlungstisch nicht weiter. Die Arbeitgeber müssen kräftig nachlegen. Ihr Angebot ist der Rede nicht wert", sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste, nach der zweiten Verhandlung heute in Lübeck. Der Arbeitgeberverband Nordmetall hatte zwei Prozent mehr Geld und eine Einmalzahlung von 200 Euro für insgesamt 15 Monate angeboten, dafür jedoch Bedingungen gestellt. Als "unverschämt" bezeichnete Geiken, dass die Unternehmer bei dem Angebot auch noch auf die Aufhebung der 35-Stunden-Woche bestehen.
"Statt mit solchen absurden Gegenforderungen zu provozieren, sollten sich die Arbeitgeber mit unserem Forderungspaket auseinandersetzen. Uns geht es um mehr Geld und mehr Zeit für die Beschäftigten. Das werden wir ihnen in den nächsten Wochen deutlich machen und uns jetzt intensiv auf Warnstreiks im Januar vorbereiten", so der Gewerkschafter weiter. Neben sechs Prozent mehr Geld für zwölf Monate fordert die IG Metall einen Anspruch auf zeitweise Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit auf bis zu 28 Stunden. Wer in Schicht oder anderen belastenden Tätigkeiten arbeitet, Kinder betreut oder Angehörige pflegt, soll zudem einen Zuschuss bekommen, um sich die kürzeren Arbeitszeiten leisten zu können.
Auch bei den weiteren Themen der Verhandlungen gibt es bisher keine Bewegung. "Die Unternehmer klagen über einen angeblichen Azubi-Mangel, sind aber nicht bereit, die Bedingungen für Auszubildende zu verbessern. Eine bezahlte Freistellung vor Prüfungen lehnen sie kategorisch ab", erklärte Bezirksleiter Geiken. Unter dem Motto "Für mehr Puste vor Prüfungen" hatte sich die IG Metall Jugend mit einer Luftballonaktion für die Forderung stark gemacht. Insgesamt beteiligten sich mehr als 250 Metaller an einer Kundgebung vor Beginn der Verhandlungen.

Weitere Themen der Verhandlungen sind Regelungen zum Personalausgleich und für Umkleidezeiten, die Angleichung der Schichtzuschläge und eine Verhandlungsverpflichtung für einen Prozess zur Angleichung der Tarifverträge im Osten.
Die dritte Verhandlung für den Bezirk Küste ist am 18. Januar 2018 in Bremen. Die Friedenspflicht endet am 31.12.2017.