(27.10.2010) Die IG Metall erhöht den Druck auf den Eigentümer der Atlas-Werke in Ganderkesee, Vechta und Delmenhorst: „Überwinden Sie endlich die Scheu und unterschreiben Sie einen Tarifvertrag, der den 650 Beschäftigten an den drei Standorten Sicherheit gibt, Herr Filipov“, forderte der Zweite Vorsitzende der IG Metall, Detlef Wetzel, auf einer Kundgebung vor dem Werk in Ganderkesee.
„Wenn Sie sich weiterhin gegen die Belegschaft stellen und jegliche Verhandlungen mit der IG Metall und den Betriebsräten verweigern, tragen sie die Verantwortung für eine weitere Eskalation“, warnte der Gewerkschafter.
Die Beschäftigten in Ganderkesee streiken seit vergangenem Freitag. Seitdem steht die Produktion in dem Werk weitgehend still. Heute waren auch die Mitarbeiter in Vechta und Delmenhorst zu einem eintägigen Streik aufgerufen. Mit Bussen sind sie zur zentralen Kundgebung nach Ganderkesee gefahren. Morgen will die zentrale Streikleitung über das weitere Vorgehen entscheiden.
„Wir wollen den Betrieb nicht übernehmen, wie es Herr Filipov immer wieder darstellt. Wir wollen nur einen Tarifvertrag, der die Beschäftigten vor Willkür und der Unberechenbarkeit eines Arbeitgebers schützt, der den Beschäftigten in einem offenen Brief mitteilt, er wolle sich lieber von seiner Frau erschießen lassen, als einen Tarifvertrag zu unterschreiben“, sagte Jutta Blankau, Bezirksleiterin der IG Metall Küste.
Sie kritisierte, dass der Eigentümer auch auf die Vermittlungsversuche der Bürgermeister aus Ganderkesee, Vechta und Delmenhorst nicht eingegangen ist: „Herr Filipov hat bislang offenbar nicht verstanden, dass er neben den Beschäftigten auch die gesamte Region gegen sich aufbringt.“ Blankau lobte die Beschäftigten der ATLAS-Werke für ihr Engagement: „Die große Solidarität aus anderen Betrieben und der Region ist der Dank für den Einsatz in den vergangenen Tagen und Wochen. Ich bin sicher, dass wir den Arbeitskampf gemeinsam erfolgreich beenden werden.“
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