(05.12.2014) Die IG Metall Küste fordert bei der Digitalisierung in den Betrieben unter dem Stichwort Industrie 4.0 die Interessen der Beschäftigten stärker zu berücksichtigen. „Die Dynamik der Veränderungen in Abläufen und Qualifikationen ist massiv und wird von vielen Beschäftigten als Bedrohung empfunden“, sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste, auf einer Konferenz der Gewerkschaft in Hamburg. „Wir sehen aber auch die Chancen auf eine Humanisierung der Arbeitswelt, etwa durch eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch die Digitalisierung.“
Die Gewerkschaft fordert eine gemeinsame Kraftanstrengung von Politik, Arbeitgebern und Gewerkschaften. „Wir müssen gemeinsam die Herausforderungen angehen und dabei die Menschen in den Mittelpunkt stellen“, erklärte Geiken vor 100 Betriebsräten und Vertrauensleuten. „Nur wenn wir die Risiken begrenzen und die Chancen aufzeigen, wird Industrie 4.0 Akzeptanz finden.“
Jörg Hofmann, Zweiter Vorsitzender der IG Metall, erklärte: „Die Industrie 4.0 soll nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit stärken, sondern vor allem die Beschäftigung in Deutschland zukunftssicher machen. Gefragt ist eine neue Humanisierungspolitik, deren Ziel eine Arbeitswelt ist, in der der handelnde und gestaltende Mensch im Mittelpunkt steht.“
Hofmann forderte, die Forschungsförderung stärker darauf auszurichten, die Arbeitsplätze der Zukunft human zu gestalten. Nötig seien außerdem neue Qualifizierungs- und Weiterbildungsstrategien, um für den rasanten technischen und technologischen Wandel der Arbeitswelt gut gerüstet zu sein. „Wir brauchen faire Teilhabechancen für Jede und Jeden in der Arbeitswelt von morgen. Deshalb fordern wir in der anstehenden Tarifrunde für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie mehr Zeit und Geld für Weiterbildung.“
:: Medien Information 50 / 2014 (PDF | 26 KiB)