Aktionen der IG Metall für Tariftreue: Wer Mitglied ist, ist besser dran

Jetzt wird die Tariftreue der Arbeitgeber geprüft

(29.11.2007) In den letzten Wochen hat die IG Metall die Kfz-Beschäftigten hunderter Betriebe in Hamburg und Schleswig-Holstein über die Situation der Branche und über die aktuelle Tarifauseinandersetzung informiert. Die erste Auflage unserer »metallnachrichten Kfz-extra« war schnell vergriffen.

Viele Handwerker haben sich seitdem an ihre Gewerkschaft gewendet und uns über – teilweise eklatante – Verstöße gegen die Tarifverträge informiert. Damit dies nicht auf die große Zahl von seriösen Arbeitgebern, die sich an die tariflichen Bestimmungen halten, zurückfällt, hat die IG Metall zunächst in Schleswig-Holstein die Aktion »Tariftreue-Check« gestartet. Die Ergebnisse sollen später veröffentlicht werden.

Flensburg/Sylt: Auf der Nordseeinsel Sylt tummeln sich nicht nur die Reichen und die Schönen sondern neuerdings auch der Sauerländer Autohändler Heinrich Rosier. Anfang 2007 übernahm er die dortigen Firmen Kress und Hansen (Mercedes, Smart, Audi, VW, Porsche und Ford) sowie Spinting Automobile (BMW, Opel und Mini). Die rund 50 übernommenen Beschäftigten auf Sylt werden vom neuen Eigentümer, der nicht nach Tarif zahlt, mächtig unter Druck gesetzt.
Selbst die teilweise wohlhabende Kundschaft auf der Luxus-Insel fühlt sich vom Klima in der Automobil-Handelsgruppe Rosier (mit Stammsitz in Menden/Sauerland) offenbar abgestoßen. Etliche Kunden machten bereits deutlich, dass sie Wert darauf legen, ihr Fahrzeug in einer tarifgebundenen Werkstatt mit ordentlichen Arbeitsbedingungen warten zu lassen.
Bundesweit beschäftigt Heinrich Rosier rund 1400 Mitarbeiter in 49 Betrieben und gehört damit zu den Großen der Automobil-Branche. Mit seiner Sylter Filiale ist der Autohändler nicht Mitglied in der Kfz-Innung. Die IG Metall-Tarifverträge gelten dort nur noch in Nachbindung. Auf die Beschäftigten wird Druck ausgeübt, künftig fünf Stunden pro Woche länger zu arbeiten – ohne zusätzliche Bezahlung.
Doch die IG Metall will derartige Angriffe nicht hinnehmen. Die Gewerkschaft informiert zum Beispiel die Kundschaft auf der Insel darüber, welche Betriebe sich an die Tarife halten.
»Wir rufen nicht zum Boykott auf, sondern wollen erreichen, dass die Kunden auch über die Arbeitssituation der in den Kfz-Betrieben Beschäftigten Bescheid wissen und sich für anständige Bedingungen, wie zum Beispiel Bezahlung nach Tarif, einsetzen«, erklärt der Flensburger IG Metall-Handwerkssekretär Michael Schmidt die Aktion.

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