(20.06.2019) Mit mehrstündigen Warnstreiks im Kfz-Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern erhöht die IG Metall den Druck in der Tarifauseinandersetzung. In Mecklenburg-Vorpommern sind am Freitag (21.6.) mehrere hunderte Beschäftigte aus Betrieben in Rostock, Schwerin, Valluhn und Upahl zu Warnstreiks aufgerufen. In den Betrieben ruht die Arbeit bis zu acht Stunden. Beschäftigte mehrerer Schichten, auch der Nachtschicht, sind aufgerufen, sich an den Warnstreiks zu beteiligen.
"Bei der zweiten Tarifverhandlung haben die Arbeitgeber nur ein mickriges Angebot vorgelegt", sagte Armin Zander, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Rostock. "30 Jahre nach dem Mauerfall soll der Osten immer noch das Billiglohnland der Republik
bleiben, das ist mit uns nicht zu machen. Jetzt machen wir mit Warnstreiks mehr Druck, um unsere Forderungen durchzusetzen."
In Mecklenburg-Vorpommern will die IG Metall eine Angleichung der Entgelte an das Tarifgebiet Schleswig-Holstein durchsetzen. Zudem soll eine zusätzliche Lohngruppe für qualifizierte Gesellen eingeführt und die Vergütungen von Auszubildenden sollen überproportional angehoben werden.
"Den Autohäusern und Kfz-Betrieben geht es wirtschaftlich gut", sagte Friedhelm Ahrens, Tarifsekretär der IG Metall Küste. "Damit sich die Auseinandersetzung nicht weiter zuspitzt, müssen die Arbeitgeber nachlegen und in der dritten Verhandlungsrun-de abschlussfähige Angebote vorlegen."
Die nächste Verhandlung findet am 27. Juni in Rostock statt.
Die Tarifverträge im Kfz-Handwerk gelten für insgesamt 6.000 Beschäftigte, davon rund 500 in Mecklenburg-Vorpommern, 3.500 in Hamburg und 2.000 in Schleswig-Holstein.