Blankau: „Kfz-Handwerk setzt auf Ausbildung zu Billiglöhnen“

Kritik an Modellprojekt zum Kfz-Servicemechaniker

(16.08.2010) Die IG Metall Küste hat die geplante Pilotausbildung zum Kfz-Servicemechaniker in Mecklenburg-Vorpommern kritisiert. „Die Auszubildenden sollen mit Billiglöhnen abgespeist werden“, sagte Bezirksleiterin Jutta Blankau.

„Trotz der Bemühungen der Gewerkschaft und des Wirtschaftsministeriums wollten sich die Arbeitgeber nicht auf eine angemessene, tarifliche Ausbildungsvergütung einlassen.“ In der Vereinbarung sei die ohnehin schon unzeitgemäß niedrige Ausbildungsvergütung aus dem Jahre 2004 festgeschrieben worden. Die IG Metall habe deshalb ihre Unterstützung für das Projekt gestoppt, erklärte die Gewerkschafterin.

Blankau befürchtet außerdem einen Verdrängungseffekt: „Bundesweit steigt die Anzahl der Ausbildungsplätze für Kfz-Servicemechaniker, während die Zahl der regulären Lehrstellen zum Kfz-Mechatroniker zurückgeht.“ Sie fordert deshalb von den Arbeitgebern, die neue Ausbildung nicht als Alternative, sondern nur als Ergänzung zu der bisherigen Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker zu nutzen.

Die IG Metall bezweifelt, dass sich die Ausbildung als Modell für andere Berufs- und Wirtschaftszweige eignet: „Mit einer schlechten Bezahlung werden solche Projekte nicht gegen den Fachkräftemangel helfen und die Abwanderung junger Menschen stoppen. Die Schere bei den Ausbildungsvergütungen zwischen Ost und West geht damit weiter auseinander“, warnte die Bezirkschefin.

:: Medien-Information 37 / 2010 (PDF | 19 KiB)