(27.11.2009) Die Bezirksleiterin der IG Metall Küste, Jutta Blankau, hat den Beschäftigten des Bremer Transformatoren-Herstellers mdexx ihre Unterstützung in der Auseinandersetzung mit der Geschäftsführung zugesichert. „Die Kolleginnen und Kollegen bei mdexx sind Opfer eines eiskalten Kapitalismus“, sagte die Gewerkschafterin am Freitag in Hamburg.
Sie kritisierte, dass fast 200 Beschäftigten in einer Nacht- und Nebelaktion gekündigt worden sei. „Die Zusagen der Arbeitgebervertreter vor dem Arbeitsgericht waren nichts wert. Es ist unglaublich, dass wir gegen die Kündigungswut des Managements mit einer einstweiligen Verfügung vorgehen mussten“, so die IG Metall-Bezirksleiterin.
Mdexx ist für sie ein Beispiel dafür, wie wenig manchen Unternehmen die betriebliche Mitbestimmung wert ist. „Der Betriebsrat wollte über die Verlängerung der Kurzarbeit und eine Absenkung der Arbeitszeit mit der Geschäftsleitung verhandeln. Auch das mussten sich die Arbeitnehmervertreter erst vor dem Arbeitsgericht erstreiten“, kritisierte Blankau. Die Bundesregierung habe gerade die Kurzarbeit verlängert, um Entlassungen in der Wirtschaftskrise zu verhindern. Da sei es schon verwunderlich, dass die Arbeitnehmervertreter bei mdexx nicht einmal die Gelegenheit bekommen, ernsthaft über Kurzarbeit zu verhandeln.
Blankau sieht auch den Siemens-Konzern in der Verantwortung, der das Bremer Unternehmen Anfang des Jahres an eine Schweizer Investorengruppe verkauft hatte: „Siemens darf nicht tatenlos zusehen, wie bei mdexx mit den Beschäftigten umgegangen wird. Der Konzern hat im Frühjahr zugesagt, das Geschäft bei dem früheren Tochterunternehmen weiterzuentwickeln. Den Beschäftigten wurde der Investor als ehrbarer Kaufmann angedient und jetzt entlarvt er sich als Heuschrecke“, so die Gewerkschafterin.
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