IG Metall-Vorsitzender Jörg Hofmann spricht vor 4.500 in Hamburg

Küstenaktionstag: 43.700 Metaller aus 150 Betrieben im Warnstreik

(24.01.2018) Damit sich die Arbeitgeber in den Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie bewegen, haben sich im IG Metall Bezirk Küste heute 43.700 Beschäftigte aus 150 Unternehmen an mehrstündigen Warnstreiks beteiligt. Von Emden über Flensburg bis Rostock gab es zum Küstenaktionstag in 16 Städten Demonstrationen und zentrale Kundgebungen oder Protestaktionen vor Betrieben wie bei Daimler und Airbus in Bremen oder der Meyer Werft in Papenburg. Seit Beginn der Warnstreiks zählte die IG Metall im Bezirk Küste, zu dem Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordwestniedersachsen und Schleswig-Holstein gehören, mehr als 79.200 Teilnehmer.

Foto: Peter Bisping

Mit Blick auf die heutigen Tarifverhandlungen in Baden-Württemberg sagte Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall, vor 4.500 Teilnehmern auf der Kundgebung in Hamburg: "Heute ist die letzte Gelegenheit für die Arbeitgeberseite, ein Signal zu setzen, dass am Verhandlungstisch ein faires Ergebnis erzielt werden kann. Wenn sie aber weiterhin keine Bereitschaft zeigen, ihr Angebot zum Entgelt und ihre Gesprächsbereitschaft zum Thema Arbeitszeit deutlich zu erhöhen, dann provozieren sie die nächste Eskalationsstufe in dieser Tarifauseinandersetzung. Die hohe Beteiligung an den Warnstreiks zeigt eindrucksvoll, dass die Metallerinnen und Metaller für ihre Forderung kämpfen". In Hamburg zogen die Metaller in drei Demonstrationszügen von Altona, dem Rathausmarkt und Blohm + Voss zum Spielbudenplatz. Die IG Metall Region Hamburg zählte 22.000 Warnstreikende in 40 Unternehmen, u.a. bei Airbus, Mercedes, Diehl und Still.

Die größte Kundgebung in Schleswig-Holstein gab es mit 1.500 Teilnehmern in Kiel. Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste, sagte dort: "Wir haben lange genug gewartet. Um ganztägige Warnstreiks in der nächsten Woche abzuwenden, müssen sich die Arbeitgeber endlich bewegen. Das gilt auch für die regionalen Themen wie die Bezahlung von Wasch- und Umkleidezeiten, die Angleichung der Schichtzuschläge sowie die Angleichung Ost, die wir morgen in der vierten Verhandlungsrunde im Bezirk Küste angehen wollen." In Schleswig-Holstein beteiligten sich 6.400 Beschäftigte aus mehr als 50 Betrieben an Arbeitsniederlegungen, davon allein 1.300 bei thyssenkrupp Marine Systems in Kiel. Weitere Kundgebungen gab es in Flensburg (1.000 Teilnehmer), Lübeck (600 Teilnehmer), Rendsburg (330 Teilnehmer) und Itzehoe (400 Teilnehmer).

Bezirk Küste  (Tarifrunde 2018)

In Mecklenburg-Vorpommern folgten 1.450 Beschäftigte aus 15 Unternehmen dem Aufruf der IG Metall. Zu einer Kundgebung im Rostocker Überseehafen kamen 1.200 Teilnehmer von Betrieben wie MV Werften Rostock und Stralsund, Caterpillar und Liebherr. In Wismar versammelten sich 250 Mitarbeiter von MV Werften Wismar und Lear zu einer Kundgebung.

In Bremen gab es Kundgebungen bei Airbus (1.000 Teilnehmer), Daimler (3.000 Teilnehmer) und Lear (300 Teilnehmer). An den Warnstreiks beteiligten sich insgesamt 8.000 Beschäftigte aus 15 Unternehmen, davon 5.000 bei Daimler und 1.000 bei Airbus. In Bremerhaven legten 320 Arbeitnehmer aus sieben Betrieben wie Lloyd Werft, Kramer oder Senvion zeitweilig die Arbeit nieder und versammelten sich zur zentralen Kundgebung in der Innenstadt.

In Nordwestniedersachsen beteiligten sich 5.600 Beschäftigte aus 35 Betrieben an Warnstreiks, davon 1.500 bei der Meyer Werft in Papenburg und 1.200 bei Premium Aerotec in Nordenham. Zentrale Kundgebungen der jeweiligen IG Metall-Geschäftsstellen gab es in Emden (300 Teilnehmer), Rastede (1.100 Teilnehmer) und Nordenham (600 Teilnehmer) sowie weitere Protestaktionen vor Betrieben in Papenburg, Leer und Werlte.

Neben sechs Prozent mehr Geld für zwölf Monate fordert die IG Metall einen Anspruch auf zeitweise Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit auf bis zu 28 Stunden, und einen Entgeltzuschuss für die Beschäftigten, die ihre Arbeitszeit verringern und Kinder betreuen, Familienangehörige pflegen oder im Schichtdienst arbeiten.

Die Verhandlungen mit dem Arbeitgeberverband Nordmetall werden morgen, Donnerstag, 25.1., in Hamburg fortgesetzt. Dann soll es ausschließlich um die regionalen Themen wie Wasch- und Umkleidezeiten und die Angleichung der Schichtzuschläge sowie die Angleichung Ost gehen.