(25.09.2008)
Die Arbeitsgemeinschaft Schiffbau (Betriebsräte und Vertrauensleute der Werften und Zuliefererbetriebe) hat am 23. und 24. September 2008 ihre Herbstsitzung durchgeführt. Mit großer Betroffenheit und Sorge haben wir am Montag von der Insolvenz der Lindenau
Werft GmbH erfahren.
Spätestens seit dem letzten Wochenende mit dem Zusammenbruch von Lehmann Brothers ist deutlich geworden, dass die Krise der internationalen Finanzmärkte immer noch nicht bewältigt ist und Auswirkungen auf die maritime Industrie mit sich bringt. Die IG
Metall Küste befürchtet, dass nicht durchfinanzierte Neubauaufträge gestrichen werden, dass die Banken noch restriktiver reagieren, Kreditvergaben noch weiter verschärft werden und die Werften in Liquiditätsengpässe kommen.
Die IG Metall hält es für unabdingbar, dass neben einer Regulierung der Finanzmärkte, insbesondere für die Schiffbauindustrie die Absicherung der Bauzeitfinanzierungen von Politik und Banken sichergestellt wird. Es kann nicht sein, dass bei unseriösen Immobiliengeschäften den Kunden, wie mit ungedeckten Schecks die Kredite hinterher geworfen werden, aber beim seriösen Schiffbau
die Kredite versagt werden. Die Finanzkrise darf keine Schiffbaukrise auslösen. Die Krise der Lindenau Werft muss von allen Beteiligten genutzt werden, um einen neuen industriellen Anfang zu erarbeiten.
Die Arbeitsgemeinschaft Schiffbau erklärt sich solidarisch mit den Kolleginnen und Kollegen der Lindenau Werft und wird alles tun, um einen Neuanfang mit zu unterstützen.
Denn wir wissen: „Das Sterben der einen Werft ist nicht das Überleben der anderen Werft.“