(27.09.2018) Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und die IG Metall Küste sehen den Beschäftigungsaufbau auf den Werften im Land als Chance für den Industriestandort Mecklenburg-Vorpommern. Das betonten die Regierungschefin und IG Metall-Bezirksleiter Meinhard Geiken nach einer Gesprächsrunde mit Betriebsräten von Werften und Zulieferern sowie Gewerkschaftsvertretern am Donnerstag in Rostock.
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig: "Die maritime Wirtschaft ist eine traditionsreiche und zugleich eine zukunftsfähige Branche. Der Kreuzfahrtschiffbau eröffnet für die maritime Industrie in Mecklenburg-Vorpommern neue Möglichkeiten. Das gilt für die Werften wie für Zulieferbetriebe. Es war richtig, die Werften als industrielle Kerne zu erhalten. Die Landesregierung wird auch in Zukunft ihren Beitrag zur Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen in der maritimen Industrie leisten. Dabei setzen wir auf enge Zusammenarbeit mit der IG Metall und den Betriebsräten."
"Die Werften stehen mit ihren Tarifverträgen, Mitbestimmungsstrukturen und Ausbildungsaktivitäten für gute Arbeit und haben eine Strahlkraft weit über den eigenen Betrieb hinaus", sagte IG Metall-Bezirksleiter Geiken nach dem Gespräch mit der Ministerpräsidentin. Bei vielen Zulieferern müsse sich dagegen noch etwas tun, sonst haben diese das Nachsehen beim Werben um Fachkräfte. "Der Schiffbau-Boom muss zum Motor für gute Arbeit in Mecklenburg-Vorpommern werden", so Geiken.
Geiken forderte, "dass der Aufbau der Stammbelegschaften bei Werften und Zulieferern an erster Stelle stehen muss". Gleichzeitig warnte er vor einer Ausweitung von Leiharbeit und Werkverträgen. "Unsere aktuelle Schiffbauumfrage zeigt: Viele Unternehmen vergeben Kernaufgaben zu oft deutlich schlechteren Bedingungen. Das ist schlecht für die Beschäftigten und die Werften. Da werden wir weiter gegen halten."
Um ein Ausnutzen von Werkvertragsbeschäftigten zu verhindern, fordert der Gewerkschafter die Einrichtung einer mobilen Beratungsstelle für ausländische Arbeitnehmer in Mecklenburg-Vorpommern. "In Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein haben wir damit gute Erfahrungen gemacht. Berater mit Fremdsprachenkenntnissen kommen in die Betriebe und sind erster Ansprechpartner in arbeitsrechtlichen und sozialen Fragen", so IG Metall-Bezirksleiter Geiken.
Nach der Anfang September vorgestellten Schiffbauumfrage der IG Metall Küste ist die Zahl der Beschäftigten auf den deutschen Werften gegenüber dem Vorjahr um 7,3 Prozent auf 16.900 gestiegen. Besonders deutlich war der Beschäftigungsaufbau in Mecklenburg-Vorpommern, wo dieser insbesondere vom Kreuzfahrtschiffbau bei den MV Werften getragen wird.