(27.05.2010) Die IG Metall Küste und Nordic Yards in Wismar und Rostock-Warnemünde haben sich auf einen Beschäftigungspakt geeinigt, der die im Kaufvertrag zugesicherte Einstellung von mindestens 1.200 Beschäftigten konkretisiert. Demnach müssen zunächst 700 unbefristete Arbeitsverhältnisse nachgewiesen und dann weitere 500 unbefristete Stellen geschaffen werden. Auf Mitgliederversammlungen gestern in Wismar und heute in Warnemünde stimmten die IG Metall-Mitglieder der Vereinbarung zu.
„Für die Beschäftigen an beiden Standorten haben wir etwas mehr Sicherheit erreicht. Außerdem machen wir damit den Weg frei, um die Finanzierung von Aufträgen zu erleichtern“, sagte die Bezirksleiterin der IG Metall Küste, Jutta Blankau. Klar sei aber, der Beschäftigungspakt allein löse nicht die Probleme des Unternehmens: „Die Beschäftigten zeigen erneut, dass sie zu ihren Werften stehen. Unternehmen, Banken und Politik dürfen diesen Vertrauensbeweis jetzt nicht verspielen“, erklärte die Gewerkschafterin.
Nach der Vereinbarung mit dem Unternehmen sollen zunächst weitere unbefristete Arbeitsverhältnisse abgeschlossen werden (d.h. vor allem befristete in unbefristete Arbeitsverhältnisse umgewandelt werden), so dass zum 1. August 2010 in Wismar mindestens 600 unbefristete Arbeitsverhältnisse und in Warnemünde mindestens 100 unbefristete Arbeitsverhältnisse bestehen. Darüber hinaus verpflichtet sich das Unternehmen, mindestens 500 weitere unbefristete Arbeitsverhältnisse – davon ca. 400 in Warnemünde – einzugehen. Ziel des Unternehmens bleibt, insgesamt 1.600 Arbeitsplätze an den beiden Standorten zu erhalten. Grundlage der Einstellungen sind die Auftragsplanung und der daraus abzuleitende Arbeitsprozess.
Die Vereinbarung steht unter dem Vorbehalt, dass Nordic Yards zeitnah finanzierte Aufträge abschließt. Die IG Metall und das Unternehmen sehen mit dieser Regelung die im Kaufvertrag enthaltende Standort- und Beschäftigungssicherung als erfüllt an und empfehlen die entsprechende Strafzahlung aufzuheben. Darüber entscheiden muss der Gläubigerausschuss.
Im Rahmen des Beschäftigungspaktes hat sich die IG Metall Küste darüber hinaus mit der Landesregierung auf eine finanzielle Unterstützung für Beschäftigte der Transfergesellschaften geeinigt, die bei Nordic Yards keine Perspektive haben: Beschäftigte, die bis zum 15. Juni in ein neues Arbeitsverhältnis wechseln und den Arbeitsvertrag mit der Transfergesellschaft vorzeitig kündigen, erhalten einmalig 1.200 Euro. Wer bis zum 30. Juni einen neuen Job antritt, erhält einmalig 600 Euro vom Land. „Wir erleichtern damit den Start an einem neuen Arbeitsplatz. Zusätzliche Kosten wie zum Beispiel für längere Fahrten zur Arbeit oder einen Umzug werden so wenigstens zu einem kleinen Teil aufgefangen“, sagte IG Metall-Bezirksleiterin Blankau.
:: Medien-Information 29 / 2010 (PDF | 20 KiB)