(24.02.2011) Im IG Metall Bezirk Küste haben sich rund 10.000 Beschäftigte an Aktionen gegen Leiharbeit, Werkverträge, Befristungen und die Nicht-Übernahme von Auszubildenden beteiligt. Unter dem Motto „Arbeit – sicher und fair“ gab es in mehr als 90 Betrieben Kundgebungen, Belegschaftsversammlungen und Informationsveranstaltungen für Leiharbeiter.
„Arbeit muss sicher und fair sein. Für uns heißt das: feste und unbefristete Jobs statt Leiharbeit, Werkverträgen und Befristungen“, sagte Jutta Blankau, Bezirksleiterin der IG Metall Küste, auf einer Kundgebung vor dem VW-Werk in Emden.
„Wir werden nicht hinnehmen, dass die Arbeitgeber den Aufschwung nutzen, um neue Billigjobs zu schaffen. Wer auf Leiharbeit und Werkverträge setzt, muss mit dem Widerstand der IG Metall und der Beschäftigten rechnen. Von der Bundesregierung verlangen wir, dass sie endlich ihre Blockadehaltung aufgibt und den Grundsatz „Gleiche Arbeit – gleiches Geld“ gesetzlich festschreibt“, so die Gewerkschafterin. In einzelnen Unternehmen wie zum Beispiel bei VW sei es der IG Metall gelungen, Verbesserungen für Leiharbeiter durchsetzen. „Viele andere Betriebe sperren sich aber dagegen und behandeln Leiharbeiter weiter wie Arbeitnehmer zweiter Klasse. Dem muss die Bundesregierung einen Riegel vorschieben“, erklärte Blankau.
Eine Befragung der IG Metall von 449 Betriebsräten im Bezirk Küste belegt die Zunahme von unsicheren Beschäftigungsverhältnissen: Rund 70 Prozent der Befragten gaben an, dass in ihren Betrieben Leiharbeit genutzt wird (teilweise sogar mehr als bisher). Neueinstellungen sind zur Hälfte befristet, und Werkverträge werden in 40 Prozent der Betriebe genutzt. Nur 16 Prozent der Auszubildenden wird nach der Befragung unbefristet übernommen.
Nordwestliches Niedersachsen
In Emden beteiligten sich 1500 Beschäftige aus mehreren Betrieben an einer Kundgebung vor dem VW-Werk. Hauptrednerin war IG Metall-Bezirksleiterin Jutta Blankau. In Papenburg versammelten sich 2000 Menschen zu einer Kundgebung vor der Meyer Werft. Beteiligt waren auch Beschäftigte von Salamander (Papenburg), KS Gleitlager, EDL Emsdienstleistung, ADO Gardinenwerke, Leda Werk (Leer) und Röchling. Einer der Redner war der SPD-Landesvorsitzende Olaf Lies. Aktionen gab es auch in mehreren Betrieben in Oldenburg und Wilhelmshaven (u.a. Neue Jadewerft). In der Wesermarsch beteiligten sich Beschäftigte von Premium Aerotec, Norddeutsche Seekabelwerke, ATB, Weser Metall GmbH, Xstrata, Eaton und LTS (alle Nordenham) sowie von Abeking & Rasmussen (Lemwerder) und Fassmer in Berne an dem Aktionstag. Es wurden Frühstückstüten an die Belegschaften verteilt und Unterschriften für faire Arbeitsbedingungen gesammelt.
Bremen/Bremerhaven
An der Kundgebung in Bremerhaven beteiligten sich 500 Beschäftigte aus Betrieben der Windkraftbranche (Repower, Powerblades und Weserwind) so
wie der Lloyd-Werft, der Firmen Kramer und BLG Autotec. Bei Airbus in Bremen versammelten sich 250 Beschäftigte beim Betriebsrat, nachdem das Unternehmen die geplanten Informationsrunden für Leiharbeitnehmer und interessierte Stammbeschäftigte aus formalen Gründen untersagt hatte. Zusätzliche Betriebsversammlungen gab es bei Lürssen in Lemwerder und Aumund, Informationsstunden bei den Betriebsräten (z.B. bei Atlas Elektronik und RheinMetall Defense), Flugblattverteilung vor den Werkstoren und Informationsveranstaltungen im Betrieb z.B. ArcelorMittal, eine Infoveranstaltung vor dem Werkstor bei Daimler mit Übergabe einer Unterschriftenliste für Festeinstellungen an den Werksleiter, einen Infostand in Vegesack sowie eine Infoveranstaltung in Achim.
Schleswig-Holstein
In der Region Unterelbe beteiligten sich knapp 2500 Beschäftigte aus 33 Betrieben (u.a. Sterling SIHI, Pano, Autoliv, Steen und Möller Wedel) an Protestaktionen während der Arbeitszeit. Vor der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG) versammelten sich rund 500 Beschäftigte zu einer Kundgebung. Neben der FSG-Belegschaft waren Delegationen von FFG, Horn, Krones, M. Jürgensen, MAN, Secop und ultratroc dabei. In Kiel beteiligten sich rund 350 Beschäftige an einem Demonstrationszug durch die Innenstadt und einer Kundgebung vor dem Bahnhof. Insgesamt gab es in Kiel und Neumünster in 20 Betrieben Aktionen. In Lübeck verteilten Metaller Flugblätter am Bahnhof. Bei Dräger gab es außerdem eine Sprechstunde für Leiharbeiter. Auch in Rendsburg gab es zahlreiche Aktionen, u.a. bei dem Hobby Wohnwagenwerk und der Kröger-Lürssen-Werft sowie der Firma Leser in Hohenweststedt. In Eckernförde wurde mit einem Infostand in der Fußgängerzone auf die Situation der Leiharbeiter aufmerksam gemacht.
Region Hamburg
Bei Jungheinrich in Norderstadt wurden die Beschäftigten bereits morgens um 5 Uhr zu Schichtbeginn mit Flugblättern informiert. Insgesamt gab es in der Region Hamburg in 25 Betrieben Aktionen wie Leiharbeiterversammlungen, Unterschriftensammlungen und Verteilung von Flugblättern. Auch am Bahnhof Altona und in der Mönckebergstraße wurden Flugblätter verteilt.
Mecklenburg-Vorpommern
Bei MAT Ueckermünde informierte die IG Metall Leiharbeiter in einer Sprechstunde über ihre Rechte. Bereits gestern Abend diskutierten in Torgelow Gewerkschafter und Betroffene über Leiharbeit und die Folgen.
:: Medien-Information 09/2011 (PDF | 24 KiB)