Textil- und Bekleidungsindustrie:

Rund 900 Beschäftigte beteiligen sich an Warnstreiks in Norddeutschland

(06.03.2009) Mehr als 900 Beschäftigte der norddeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie haben sich in dieser Woche an den bundesweiten Warnstreiks beteiligt. Proteste gab es bei dem Autozuliefe-rer Autoliv in Elmshorn, bei Autoflug in Rellingen (beide Kreis Pinneberg) und der Norddeutschen Teppichfabrik in Geesthacht (Kreis Herzogtum Lauenburg). In Elmshorn legten 500, in Rellingen 150 und in Geesthacht 250 Beschäftigte an unterschiedlichen Tagen die Arbeit für mehrere Stunden nieder.

„Die Beschäftigten sollen sich mit einer Nullrunde zufrieden geben. Das ist eine Frechheit“, sagte die Bezirksleiterin der IG Metall Küste, Jutta Blankau. Die Arbeitgeber hatten sechs Nullmonate, sechs verschiebbare Einmalzahlungen von je 20 Euro und danach eine ebenfalls verschiebbare Entgelterhöhung von 1,5 Prozent angeboten. Im Extremfall würde das für die Beschäftigten bedeuten: 24 Monate keine Erhöhung der Entgelte. Blankau forderte die Arbeitgeber deshalb auf, ihr Angebot in der nächs-ten Verhandlungsrunde am Montag, 9. März, nachzubessern. „Sonst wird sich der Tarifkonflikt verschärfen und die IG Metall Küste zu weite-ren Protesten aufrufen“, so die Gewerkschafterin.

Die IG Metall fordert für die Beschäftigten der westdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie eine Erhöhung der Entgelte und der Ausbildungsvergütungen um 5,5 Prozent. Zudem verlangt die Gewerkschaft eine Vereinbarung über die zukünftige Ausgestaltung der Altersteilzeit und eine verbindliche Regelung zur Übernahme der Ausgebildeten. Der Tarifvertrag ist am 28. Februar 2009 ausgelaufen. In der Textil- und Beklei-dungsindustrie arbeiten bundesweit rund 100.000 Beschäftigte, davon rund 5.000 im Bezirk Küste.