(15.10.2009) Die IG Metall Küste und Betriebsräte haben mit Kritik auf die Ankündigung von ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) reagiert, einen Anteil von 50 Prozent des Marine-Überwasserschiffbaus (Blohm + Voss Naval) und 80 Prozent der Gesellschaften Blohm + Voss Shipyards, Blohm + Voss Repair und Blohm + Voss Industries zu verkaufen.
„Damit steigt ThyssenKrupp endgültig aus dem zivilen Schiffbau aus“, sagte Eckard Scholz, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Hamburg. „Wir sehen darin eine große Gefahr für die Beschäftigten. Auslastungslücken im militärischen Bereich lassen sich künftig nicht mehr mit zivilen Aufträgen ausgleichen.“
„Die Beschäftigten erfahren von den Plänen wieder einmal nur aus der Presse“, sagte Michael Ehlert, stellvertretetender Betriebsratsvorsitzender Blohm + Voss Shipyards Hamburg. „Das Unternehmen hat uns nicht einmal Zeit gegeben, die Belegschaft zu informieren.“ Erwin Heinks, Betriebsratsvorsitzender Nordseewerke Emden: „Das passt zu der bisher bewiesenen Unternehmenskultur und ist ein weiteres Beispiel für den mangelnden Respekt gegenüber den Beschäftigten.“
„Die Absichtserklärung wirft eine Menge Fragen auf. Wir wollen wissen, was der geplante Verkauf für die anderen Standorte bedeutet,“ sagte Ernst-August Kiel, Sprecher der Betriebsräte-Arbeitsgemeinschaft TKMS und Betriebsratsvorsitzender Howaldtswerke-Deutsche Werft (HDW) Kiel.
IG Metall und Betriebsräte fordern, dass TKMS seinen Minderheitsanteil an den Gesellschaften Blohm + Voss Shipyards, Blohm + Voss Repair und Blohm + Voss Industries langfristig hält. „Mit der angekündigten Beteiligung von zwölf Monaten werden wir uns nicht zufrieden geben. ThyssenKrupp muss in der Verantwortung bleiben“, erklärten die Arbeitnehmervertreter gemeinsam. Sie fordern, bei den weiteren Verhandlungen miteinbezogen zu werden. „Aufgrund der kurzfristigen Mitteilung sind die Risiken für die Beschäftigten noch nicht absehbar. Wir fordern schnellstmögliche Beteiligung am weiteren Verkaufsprozess“, so Betriebsräte und IG Metall.
„Im Vordergrund stehen dabei das industrielle Konzept der künftigen Eigner, die Forderung nach der Beschäftigungsgarantie, Sicherheit der Ausbildungskapazitäten, Erhalt der Tarifbindung und der Mitbestimmung der Belegschaftsvertreter. Aufgrund der industrie- und regionalpolitischen Bedeutung der Pläne halten wir eine Einbeziehung der Politik für unabdingbar“, so die Arbeitnehmervertreter.
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