Bezirksleiter Friedrich: "Wir wollen alle Beschäftigten in den Betrieben halten"

Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie an der Küste gehen in die zweite Runde

(05.03.2020) Die IG Metall Küste und der Arbeitgeberverband Nordmetall haben ihre Tarifverhandlungen für die 140.000 Beschäftigten der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie fortgesetzt. In der zweiten Runde ging es am Donnerstag in Hamburg insbesondere um die Sicherung von Arbeitsplätzen und Standorten.

Zweite Runde der Tarifgespräche von IG Metall und Nordmetall. (Bild: IG Metall)

"Im Wandel durch die Digitalisierung und Energiewende wollen wir alle Beschäftigten in den Betrieben halten und so die Zukunft der Unternehmen sichern", sagte Daniel Friedrich, Bezirksleiter der IG Metall Küste. "Dazu müssen wir in den weiteren Verhandlungen die passenden Instrumente entwickeln. Mögliche Auslastungslücken lassen sich etwa durch längere Kurzarbeit mit Zuzahlungen überbrücken."

Der Gewerkschaft geht es nicht nur um Regelungen in den Flächentarifverträgen, sondern auch um die konkrete Umsetzung vor Ort. "In den Betrieben wollen wir mit den Arbeitgebern Zukunftstarifverträge vereinbaren, in denen gemeinsam Perspektiven für die Unternehmen entwickelt werden." Besonders wichtig sei dabei die Qualifizierung. "Wir brauchen in Deutschland eine Weiterbildungskultur. Die Unternehmen müssen langfristig in die Menschen investieren", so Bezirksleiter Friedrich. "Dazu bedarf es gemeinsamer Personal- und Qualifizierungsplanungen in den Unternehmen."

Pauschalen Forderungen der Arbeitgeber nach einer Flexibilisierung der Arbeitszeit erteilte Bezirksleiter Friedrich eine Absage. "Es darf nicht nur um die Interessen der Unternehmen gehen. Die Beschäftigten müssen etwas von den Regelungen haben und stärker selbstbestimmen dürfen."

Mit Blick auf mögliche Auswirkungen der Corona-Krise warnte der Gewerkschafter davor, die Risiken der Globalisierung allein den Beschäftigten zu überlassen. "Es ist Aufgabe der Unternehmen, für funktionierende Lieferketten zu sorgen." Die unsichere wirtschaftliche Lage erfordere eine kurze Laufzeit bei den Entgelt-Tarifverträgen, die für mehr Geld für die Beschäftigten und zu einer Stärkung der Kaufkraft sorgen müssten.

Die nächste Verhandlung mit Nordmetall in großer Runde ist für Montag, 16. März, in Bremen geplant.