(12.11.2008) Auf Basis des in Baden-Württemberg vereinbarten Ergebnisses sollen auch die Tarifverhandlungen für die 150.000 Beschäftigten der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie fortgesetzt werden.
Das hat die Große Tarifkommission der IG Metall Küste am frühen Nachmittag in Hamburg beschlossen. „Wir haben in einer schwierigen Lage ein tragfähiges Ergebnis erreicht“, sagte Bezirksleiterin Jutta Blankau nach der Sitzung.
Blankau kritisierte, dass die Arbeitgeber ihr Angebot erst in letzter Minute deutlich nachgebessert haben. „Die massiven Warnstreiks haben offensichtlich Wirkung gezeigt.“ Die Bezirksleiterin machte deutlich, dass Beschäftigte in niedrigeren Lohngruppen durch die Einmalzahlungen besonders von dem Abschluss profitieren. „Wir haben eine soziale Komponente gefordert und dies auch durchgesetzt“, so die Gewerkschafterin.
Die Einigung in Baden-Württemberg sieht vor, dass die Löhne und Gehälter am 1. Februar 2009 um 2,1 Prozent sowie am 1. Mai 2009 auf dann insgesamt 4,2 Prozent steigen. Die zweite Stufe der Tariferhöhung kann mit Zustimmung des Betriebsrates verschoben werden. Für die Monate November 2008, Dezember 2008 und Januar 2009 ist eine Einmalzahlung von insgesamt 510 Euro verabredet worden. Außerdem gibt es im September 2009 eine Einmalzahlung von 122 Euro. Die Auszubildenden erhalten für November 2008 bis Januar 2009 eine Einmalzahlung von 133 Euro sowie im September 2009 eine weitere Einmalzahlung von 32 Euro. Die Laufzeit beträgt 18 Monate, d.h. bis zum 30. April 2010.
Die Tarifverhandlungen sollen jetzt auch im Bezirk Küste möglichst schnell abgeschlossen werden. Die Vertreter der Gewerkschaft wollen bereits in den nächsten Tagen mit dem Arbeitgeberverband NORDMETALL zusammenkommen. Verhandelt wird für die 150.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und dem nordwestlichen Nieder-sachsen.