(19.10.2012) Die IG Metall Küste begrüßt die Gründung einer Transfergesellschaft für die 1800 Beschäftigten der P+S-Werften in Stralsund und Wolgast. „Wir gewinnen dadurch dringend notwendige Zeit, um Vorpommern vor einem industriepolitischen Desaster zu bewahren“, sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste. Angesichts der nach wie vor schwierigen Situation hält der den Übergang in die Transfergesellschaft für die beste Lösung: „Für die Beschäftigten ist der Schritt mit tiefen Einschnitten verbunden. Sie sind jedoch vorerst vor Arbeitslosigkeit geschützt und haben die Möglichkeit, sich für neue Aufgaben zu qualifizieren.“
Geiken bedauert, dass es in den Verhandlungen mit den Reedereien nicht gelungen ist, weitere Aufträge zu sichern: „Wir hatten erwartet, dass mehr Unternehmen zu ihren Aufträgen stehen und nicht auf einen günstigen Weiterverkauf in der Insolvenz spekulieren“, so der Gewerkschafter. „Auch die Reeder tragen Verantwortung für das Schicksal der Beschäftigten der P+S-Werften.“
IG Metall fordert Erhalt der Standorte
Die IG Metall Küste setzt weiter auf den Erhalt der beiden Standorte und damit der Kompetenzen im Schiffbau: „Wir hoffen, dass möglichst schnell neue Betreiber für die Werften gefunden werden. Bei deren Konzepten ist für uns entscheidend, dass möglichst viele Beschäftigte in das neue Unternehmen wechseln können und wieder Tarifverträge gelten.“ Bundes- und Landesregierung forderte Geiken auf, die Finanzierung von Aufträgen zu unterstützen: „Ohne staatliche Bürgschaften wird es im Schiffbau aufgrund der massiven Wettbewerbsverzerrungen auf dem Weltmarkt nicht gehen.“
Von der Insolvenz besonders hart betroffen sind etwa 100 Beschäftigte, die in der Freistellungsphase der Altersteilzeit sind: „Es ist beschämend, dass die Altersteilzeitverträge nicht erfüllt werden, weil die Insolvenzsicherung der Guthaben nicht geklärt ist“, kritisierte der erste Bevollmächtigte der IG Metall Stralsund-Neubrandenburg, Guido Fröschke. „Wir werden die Betroffenen rechtlich beraten und alle juristischen Schritte prüfen.“
Fröschke forderte alle Beteiligten wie Bund, Land, Zulieferer, Insolvenzverwalter und Geschäftsführung auf, gemeinsam die Standorte und Arbeitsplätze zu sichern. „Es geht um 1800 Beschäftigte und ihre Familien in einer Region, die vom Schiffbau geprägt ist. Für alle muss deshalb klar sein: Die Insolvenz darf nicht das Aus der beiden Standorte bedeuten.“
:: Medien Information 58 / 2012 (PDF | 27 KiB)