IG Metall Lübeck / Wismar

Warnstreik bei Weimann

(04.06.2010) Die IG Metall hatte die rund 100 Beschäftigten des Unternehmens Ladenbau Weimann in Selmsdorf (Kreis Nordwestmecklenburg) am Dienstag, 1. Juni 2010, zum Warnstreik aufgerufen. Anlass war die Tarifflucht des Unternehmens und dessen Weigerung konstruktiv über die längst fällige Tariferhöhung zu verhandeln. Das Unternehmen ist mit Wirkung zum 23. April 2010 nur noch Mitglied „ohne Tarifbindung“ im Arbeitgeberverband Holz und Kunststoff Nord Ost e.V.

„Das Unternehmen will die bisherigen tariflichen Standards massiv verschlechtern“, sagte Wolfgang Lorenz, Bezirkssekretär der IG Metall Küste. So soll die Wochenarbeitszeit von 35 auf 40 Stunden angehoben werden, ohne Bezahlung der Zusatzstunden. Zusätzliches Urlaubsgeld und tarifliche Sonderzahlung (Weihnachtsgeld) soll es zukünftig nur noch geben, wenn es das Unternehmen für angemessen hält. Zukünftig sollen durch eine Veränderung der Eingruppierungsmerkmale Fachkräfte wie Hilfskräfte oder angelernte Arbeitnehmer vergütet werden.

Am 3. Mai 2010 fand eine 1. Verhandlungsrunde statt, in der es schwerpunktmäßig um die zum 1. April 2010 fällige Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen ging. Die IG Metall forderte die in der Branche übliche Tariferhöhung. Die Arbeitgeberseite verweigerte Vereinbarungen hierüber und verlangte als Vorbedingung für eine tarifliche Einkommenserhöhung die Umsetzung ihrer Forderungen nach Verschlechterung der bisherigen Standards.

„Besonders verärgert sind die Beschäftigten des Unternehmens, weil sie bereits seit vier Jahren durch Sanierungstarifverträge in erheblichem Umfang auf Einkommen verzichten und damit zur Stabilisierung des Unternehmens beigetragen haben“, erklärte Lorenz.

Mit dem Warnstreik soll die Geschäftsführung gezwungen werden, ihre destruktive Haltung zur nächsten Verhandlungsrunde am 11. Juni 2010 zu verlassen. „Gleichzeitig stellt die Belegschaft unter Beweis, dass sie im Falle der Nichteinigung zum Streik bereit ist“, so der Gewerkschafter.

:: Medien - Information 30 / 2010 (PDF | 20 KiB)