IG Metall-Bezirksleiter Geiken: „Freiwillige Selbstverpflichtung allein reicht nicht aus.“

Werkverträge auf der Meyer Werft

(22.07.2013) Spitzengespräch zu Werkverträgen auf der Meyer Werft: IG Metall Küste und Betriebsrat fordern eine verbindliche Regelung, die Lohndumping verhindert und soziale Mindeststandards verhindert. Mit einem entsprechenden Vorschlag gehen sie heute in das Gespräch mit der Geschäftsführung und Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies.

„Wir begrüßen, dass die Geschäftsführung auf den tragischen Tod der beiden Arbeiter reagiert und eine Sozialcharta sowie einen Verhaltenskodex erarbeitet hat. Jetzt ist es jedoch an der Zeit, gemeinsam eine verbindliche Regelung zu schaffen. Eine freiwillige Selbstverpflichtung allein reicht nicht aus. Wir müssen auch die Mitwirkungs- und Kontrollrechte des Betriebsrates stärken. Nur so kann dieser gegen den Missbrauch von Werkverträgen sowie unhaltbare Arbeits- und Lebensbedingungen vorgehen“, sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste.

„Der Tod der beiden rumänischen Kollegen sowie die Umstände, unter denen sie gelebt und gearbeitet haben sollen, machen uns fassungslos. Die Geschäftsführung muss uns gegenüber offenlegen, zu welchen Bedingungen die insgesamt 1500 Beschäftigten mit Werkvertrag auf der Werft arbeiten. Und wir wollen auch gegen diejenigen vorgehen, die Arbeitnehmer ausnutzen und miserabel behandeln. Dafür reichen unsere bisherigen Rechte nicht aus“, sagte Thomas Gelder, Betriebsratsvorsitzender der Meyer Werft.

Werkverträge nehmen auf den Werften und auch in vielen anderen Unternehmen deutlich zu. Gewerkschaft und Betriebsräte verlangen deshalb in zahlreichen Betrieben an der Küste Informationen und Gespräche über die Situation von Beschäftigten mit Werkvertrag. „Wir wollen wissen, was die Firmen tun, damit sich eine solche Situation wie in Papenburg nicht wiederholt“, sagte Bezirksleiter Geiken. Außerdem sei eine gesetzliche Regelung nötig, die den Missbrauch von Werkverträgen verhindere.

:: Medien Information 46/2013 (PDF | 26 KiB)