(01.11.2008) Im IG Metall Bezirk Küste haben sich in der Nacht mehrere hundert Beschäftigte an ersten Warnstreiks beteiligt.
Bei den Nordseewerken Emden nahmen um Mitternacht 40 Kollegen an einer Kundgebung im Betrieb teil. Beim Automobilzulieferer GKN in Kiel zog die komplette Nachtschicht - insgesamt 30 Beschäftigte – vors Tor. Gemeinsam mit 20 weiteren Kollegen leiteten sie mit einem Feuerspucker die heiße Phase der Tarifverhandlungen ein. Auch in Itzehoe zog die Nachtschicht des Pumpenherstellers Sterling SIHI pünktlich zum Ende der Friedenspflicht vor das Werkstor. Insgesamt 150 Teilnehmer waren am Streikfeuer dabei. Das Motto in Itzehoe: „Wir leuchten den Arbeitgebern heim“. SIHI-Betriebsrat und IG-Metall-Mitglied Peter Schuldt sagte: „Wir haben die Maschinen heute um 0 Uhr nur kurz abgestellt. Das kann aber schnell mehr werden.“
Die IG Metall Küste will die Warnstreiks in der nächsten Woche auf ganz Norddeutschland ausweiten. Das weitere Vorgehen soll heute, Sonnabend, auf einer Funktionärskonferenz in Hamburg-Bergedorf beraten werden. Zu dieser Auftaktveranstaltung für die Tarifrunde 2008 erwartet die Gewerkschaft mehr als 900 Mitglieder. Hauptredner sind der 2. Vorsitzende der IG Metall, Detlef Wetzel, und die Bezirksleiterin der IG Metall Küste, Jutta Blankau.
Die Arbeitgeber hatten in der dritten Verhandlungsrunde gestern in Bremen eine Entgelterhöhung von 2,1 Prozent und eine Einmalzahlung von 0,8 Prozent angeboten. Die IG Metall Küste fordert 8 Prozent mehr Geld. Der Tarifvertrag ist um Mitternacht ausgelaufen, so dass jetzt jederzeit Warnstreiks möglich sind.