Geiken: „Arbeitgeber bewegen sich nur in Trippelschritten“
9 200 Metaller zur dritten Verhandlung in Bremen im Warnstreik
(18.01.2018) Auch die dritte Runde der Tarifverhandlungen für die 140.000 Beschäftigten der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie am Donnerstag in Bremen hat keinen Durchbruch gebracht. "Die Arbeitgeber bewegen sich nur in Trippelschritten und nur mit viel Druck aus den Betrieben", sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste. "Bei den Warnstreiks werden wir deshalb in der kommenden Woche nachlegen und am Mittwoch zu einem Küstenaktionstag mit zahlreichen Demonstrationen und Kundgebungen aufrufen."
Foto: Carmen Jaspersen
An den Warnstreiks zur dritten Verhandlung am Donnerstag beteiligten sich 9 200 Beschäftigte aus 13 Betrieben wie Premium Aerotec, Daimler, Lear, Airbus, Bosch Automotive, Thermo Fisher Scientific, Gestra, Siemens, thyssenkrupp System Engineering und Fr. Lürssen Werft in Bremen sowie der Lloyd-Werft in Bremerhaven und Hydro Extrusion in Achim. In zwei Demonstrationszügen ging es bei Schnee und Regen zur zentralen Kundgebung vor dem Verhandlungslokal. Insgesamt versammelten sich dort 3 500 Metaller, darunter Delegationen aus allen Geschäftsstellen des Bezirks Küste. Bereits in der Nacht folgten 450 Beschäftigte von Premium Aerotec in Nordenham dem Aufruf zum Warnstreik.
IG Metall-Bezirksleiter Geiken sagte auf der Kundgebung in Bremen: "Um eine weitere Eskalation zu vermeiden, brauchen wir für alle Forderungen eine Lösung. Sechs Prozent mehr Geld für alle Beschäftigten, der Anspruch auf eine zeitweise Reduzierung der Wochenarbeitszeit auf bis zu 28 Stunden und der Arbeitgeberzuschuss bei Pflege von Angehörigen, Betreuung von Kindern und für Schichtarbeiter sind gleichwertige Forderungen, die wir im Paket verhandeln", so der Gewerkschafter. Auch bei den weiteren Themen der Verhandlungen - der bezahlten Freistellung vor Prüfungen für Auszubildende und Dual-Studierende, Regelungen zum Personalausgleich und für Umkleidezeiten, der Angleichung der Schichtzuschläge und der Angleichung der Arbeitszeiten im Osten - müsse sich etwas tun, um am Verhandlungstisch voranzukommen.

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