Einigung auf Eckpunkte für Zukunftstarifvertrag

Arbeitsplätze bei Airbus langfristig gesichert

(19.10.2011) Durchbruch in den Verhandlungen über einen Zukunftstarifvertrag für die 16.500 Airbus-Beschäftigten in Bremen, Buxtehude, Hamburg und Stade: Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter haben sich auf eine Beschäftigungs- und Standortsicherung bis Ende 2020 geeinigt. In einem heute in Hamburg unterzeichneten Eckpunktepapier vereinbarten sie außerdem Maßnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit, eine Reduzierung der Leiharbeit, mehr Mitsprache bei Fremdvergabe sowie Verbesserungen bei Ausbildung und Übernahme.

Handschlag nach Unterzeichnung des Eckpunktepapiers: Airbus-Geschäftsführer Günter Butschek und Joachim Sauer, Nordmetall-Vertreter Peter Schlaffke, IG Metall-Tarifsekretär Daniel Friedrich und der Gesamtbetriebsrat-Vorsitzende Johann Dahnken (von links).

„Mit dieser Einigung ist der Konflikt der letzten Wochen beendet. Die Warnstreiks und das entschlossene Auftreten der Beschäftigten brachten den Durchbruch. Es ist deutlich geworden: Die Zukunft des Unternehmens lässt sich nur gemeinsam mit Beschäftigten sichern“, sagte IG Metall-Tarifsekretär und Verhandlungsführer Daniel Friedrich. Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende der Airbus Operations GmbH und Verhandlungsführer, Johann Dahnken, erklärte: „Jetzt gilt es, nach vorne zu schauen. Arbeitnehmervertreter und Geschäftsführung haben sich zu einer neuen Kultur der Zusammenarbeit bekannt. Gemeinsam wollen wir die Zukunft des Unternehmens gestalten.“

Eckpunkte des Zukunftstarifvertrages:
Die Laufzeit des Zukunftstarifvertrages beginnt am 1.1.2012 und endet zum 31.12.2020. Die Geschäftsführung hat das Recht, den Zukunftstarifvertrag zum 31.12.2016 zu kündigen.

  • Grundsätze: Die Zukunft des Unternehmens soll durch eine neue Kultur der Zusammenarbeit gemeinsam gestaltet und vorangetrieben werden. Hierzu werden die bestehenden Regelungen zur Mitbestimmung aktiv genutzt und weitere Maßnahmen zum Kulturwandel vereinbart. Ziel ist die Sicherung und der Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit von Airbus und damit eine Sicherung der Standorte und der Beschäftigung in Deutschland. Dazu soll die Produktivitätsentwicklung über die bestehenden jährlichen Planungsziele hinaus signifikant gesteigert werden.

  • Standort- und Beschäftigungssicherung: Betriebsbedingte Kündigungen sind während der Laufzeit des Tarifvertrages ausgeschlossen. Die Standorte bleiben mit dem heutigen Beschäftigungsvolumen der Stammbelegschaft und die vorhandenen Kernkompetenzen (Arbeitsaufgaben) erhalten.

  • Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsorganisation: Einführung eines ganzheitlichen „Airbus Operating System“ zur Prozess- und Ergebnisverbesserung. Kernelement ist die Ausweitung selbstorganisierter Teamarbeit. Bei Fremdvergabe von Arbeitspaketen und Outsourcen bestimmter Tätigkeiten werden die Arbeitnehmervertreter frühzeitig in der Planungsphase umfassend informiert und beteiligt.

  • Personal: Die Ausbildungsquote wird auf fünf Prozent festgesetzt. Auslerner werden grundsätzlich unbefristet übernommen. Besonders förderungswürdige Auslerner und Absolventen können für ein weiterführendes Studium das Arbeitsverhältnis ruhend stellen. Leiharbeitskräfte erhalten weiterhin ab dem 4. Monat die gleichen Arbeits- und Entgeltbedingungen wie Airbus-Beschäftigte. Ab 1.1.2012 gelten folgende Beschäftigungsquoten: mind. 80 Prozent Stammbelegschaft, maximal 20 Prozent Leiharbeitskräfte und befristet Beschäftigte. Ab 1.1.2015: mindestens 80 Prozent Stammbelegschaft, maximal 15 Prozent Leiharbeitskräfte und maximal 5 Prozent befristet Beschäftigte. Im nächsten Jahr werden weitere 300 Zeitarbeitnehmern unbefristete Arbeitsverträge angeboten. Für den Anlauf eines neuen Flugzeugprogramms gelten die Quoten nicht.

  • Verschiedenes: Die Kündigung des SiduFlex-Vertrages („Sicherheit durch Flexibilität“) wird zurückgenommen. Er soll verlängert und ggf. optimiert werden. Die Verhandlungen über den Zukunftstarifvertrag sollen bis Ende des Jahres abgeschlossen sein.

:: Medien-Information 45/2011 (PDF | 22 KiB)



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Heiko Messerschmidt
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