Geiken: „Das ist ein großer Erfolg der Arbeitnehmervertreter“
Betriebsbedingte Kündigungen bei Airbus verhindert
(21.05.2014) Bei der Restrukturierung der Airbus Group sind betriebsbedingte Kündigungen bis zum 31.12.2016 ausgeschlossen. Darauf haben sich das Unternehmen sowie der Europäische Betriebsrat und der Konzernbetriebsrat in ihren Verhandlungen geeinigt. „Das ist ein großer Erfolg der Arbeitnehmervertreter. Sie haben erreicht, dass die angedrohten Kündigungen vom Tisch sind“, sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste. Er forderte das Unternehmen auf, jede Stellenstreichung genau zu prüfen und sich nicht nur von dem Streben nach einer höheren Rendite treiben zu lassen: „Mit jedem Beschäftigten geht wichtiges Know-how verloren. Das gilt auch für den angekündigten Abbau von hunderten Leiharbeitskräften im Passagierflugzeugbau.“
Rüdiger Lütjen, Vorsitzender des Europäischen Betriebsrates (EBR) und des Konzernbetriebsrates (KBR), erklärte: „Wir haben für die Beschäftigten mehr Sicherheit erreicht: Es wird zunächst nur freiwillige Maßnahmen wie Abfindungen oder Altersteilzeit geben. Das Unternehmen muss jetzt alles daran setzen, um weitere Aufträge für die neue Division Verteidigung und Raumfahrt zu gewinnen. Denn vereinbart ist auch: Wenn sich die Auslastung nachhaltig verbessert, wird der Arbeitgeber den geplanten Stellenabbau entsprechend anpassen.“
Die norddeutschen Standorte der Airbus Group sind von dem geplanten Personalabbau in der Verteidigungssparte nur in geringem Maße betroffen. Beschäftigte aus Bremen, die an dem Militärtransporter A 400M arbeiten, müssen allerdings in die neue Sparte wechseln. „Für sie gilt weiter der Zukunftstarifvertrag, nach dem die Arbeitsplätze bis 2020 gesichert sind“, erklärte Johann Dahnken, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates von Airbus. „Gut ist auch, dass für Bremen mit der Ausrüstung eines weiteren Flügels für den A 350-1000 ein zusätzliches Arbeitspaket vereinbart worden ist. Das sichert langfristig Beschäftigung und die Zukunftsfähigkeit des Standortes.“
Die Restrukturierungspläne hatten an den Airbus- und EADS-Standorten zu massiven Protesten geführt. An einem bundesweiten Aktionstag von IG Metall und Betriebsrat Ende November beteiligten sich allein an der Küste mehr als 8.000 Beschäftigte. „Der Zusammenhalt der Betriebsräte und Beschäftigten in Nord und Süd hat den Erfolg erst möglich gemacht“, so EBR- und KBR-Vorsitzender Lütjen.
:: Medien Information 18 / 2014 (PDF | 27 KiB)
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