Kfz-Gewerbe in Schleswig-Holstein kündigt Tarifverträge:

Blankau: „Arbeitgeber im Norden handeln gesellschaftspolitisch höchst fragwürdig“

(16.07.2009) Die Arbeitgeberverbände des Kfz-Gewerbes in Schleswig-Holstein haben alle Tarifverträge gekündigt.

„Damit sehen die mehr als 12.000 Beschäftigten der Branche in Schleswig-Holstein unsicheren Zeiten entgegen“, sagte Jutta Blankau, Bezirksleiterin der IG Metall Küste. Sie kritisiert, dass die Arbeitgeber die langjährige bewährte Sozialpartnerschaft beenden, obwohl sie in besonderer Weise von der Abwrackprämie profitieren, die unter maßgeblicher Beteiligung der IG Metall zustande gekommen ist: „Wer einerseits durch staatliche Förderung unterstützt wird und gleichzeitig den Beschäftigten die soziale Sicherheit von Tarifverträgen nimmt, handelt gesellschaftspolitisch höchst fragwürdig“, so die Gewerkschafterin.

Leidtragende dieser verantwortungslosen Verbandspolitik seien nicht nur die Beschäftigten des Kfz-Handwerks sondern auch die Kunden der Au-tohäuser. „Von unterbezahlten und von Existenzängsten geplagten Ar-beitnehmern kann man keine Spitzenleistung erwarten“, erklärte Blan-kau. Die IG Metall fordert die Arbeitgeber deswegen auf, ihre Entschei-dung rückgängig zu machen. „In Krisenzeiten sollten Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbände zum Wohle der Branche und der Beschäftigten zu-sammenarbeiten“, so die Bezirksleiterin.

Bei den meisten Tarifverträgen wird die Kündigung zum 30. April 2010 wirksam. Zugleich wurde der IG Metall mitgeteilt, dass zukünftig keine Tarifverhandlungen mehr geführt werden und auch keine Tarifverträge mehr abgeschlossen werden.



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Heiko Messerschmidt
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