Rund 400 Beschäftigte demonstrieren in Bremerhaven:

Blankau: „Wir werden um jeden Arbeitsplatz auf den Werften kämpfen“

(12.09.2009) Rund 400 Beschäftigte von Werften und Zulieferern aus Deutschland, Frankreich, Spanien und den Niederlanden haben in Bremerhaven für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze demonstriert. Anlass war das Leadership-Treffen, zu dem die Chefs der großen europäischen Werften, die europäischen Wirtschaftsminister und der Europäische Metallgewerkschaftsbund (EMB) mit EU-Industriekommissar Günter Verheugen zusammengekommen waren.

EMB-Generalsekretär Peter Scherrer, EU-Industriekommissar Günter Verheugen und IG Metall-Geschäftsführer Karsten Behrenwald.

Die Bezirksleiterin der IG Metall Küste, Jutta Blankau, kritisierte bei der Kundgebung, dass Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg dem Treffen ferngeblieben ist: „Herr zu Guttenberg und auch die Maritime Koordinatorin der Bundesregierung, Dagmar Wöhrl, haben offenbar kein Interesse an der Situation der Beschäftigten im Schiffbau. Auf der Maritimen Konferenz im März in Rostock waren von ihnen noch vollmundige Versprechungen zu hören, jetzt lassen sie sich nicht einmal mehr bei einem so wichtigen Treffen auf europäischer Ebene blicken“, so die Gewerkschafterin.

Blankau forderte von den Unternehmen, auf Entlassungen und die Schließung von einzelnen Standorten zu verzichten. „Wir werden um jeden Arbeitsplatz auf den Werften und bei den Zulieferern kämpfen“, erklärte die Bezirksleiterin. Das gelte auch für den ThyssenKrupp-Konzern, der gerade den Verkauf der Nordseewerke Emden an einen Windkraftanlagenhersteller angekündigt hat. Dem Aus für den zivilen und militärischen Schiffbau in Emden werde im Aufsichtsrat kein Arbeitnehmervertreter zustimmen, so die IG Metall-Chefin.

Der Generalsekretär des Europäischen Metallarbeiterbundes (EMB), Peter Scherer, forderte ein koordiniertes Vorgehen, um den Schiffbau in Europa zu retten. „Industrie und Politik müssen ihren Worten Taten folgen lassen. Wir brauchen eine Stärkung von Forschung, Entwicklung und Innovation, um den Schiffbau und die Schifffahrt umweltgerechter zu gestalten.“ Denkbar sei etwa ein Förderprogramm zur Abwrackung oder Umrüstung alter und umweltschädlicher Schiffe, sagte der Gewerkschafter.

An den Aktionstagen der IG Metall Küste beteiligten sich insgesamt mehr als 7.000 Beschäftigte von Werften und Zulieferern. Gestern gab es Proteste an 13 Orten in Niedersachen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen.

:: Download (PDF | 21 KiB)



Druckansicht

Heiko Messerschmidt
Pressesprecher
IG Metall Bezirksleitung Küste
Kurt-Schumacher-Allee 10
20097 Hamburg
Tel.: 040 / 28 00 90 - 43
Tel.: 040 / 28 00 90 - 55
heiko.messerschmidt@igmetall.de

Aktuelle Pressemitteilungen von www.igmetall.de