Bezirksleiter Geiken: "Letzte Warnung an die Arbeitgeber"
Ganztägige Warnstreiks in 30 Betrieben mit über 50.000 Beschäftigten geplant
(29.01.2018) Die IG Metall Küste wird von Mittwoch bis Freitag in 30 Betrieben mit insgesamt über 50.000 Beschäftigten zu ganztägigen Arbeitsniederlegungen aufrufen. Betroffen von den Warnstreiks sind Unternehmen aus der Automobil- und Luftfahrtindustrie, dem Maschinenbau sowie Werften aus allen fünf norddeutschen Bundesländern. "Die ganztägigen Warnstreiks sind die letzte Warnung an die Arbeitgeber", sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste. "Es wird Zeit, dass diese sich am Verhandlungstisch mehr als nur in Trippelschritten bewegen. Sonst wird sich der Tarifkonflikt weiter verschärfen. Die Vorbereitungen für Urabstimmungen über einen Flächenstreik laufen bereits."
Heute und morgen stimmen die Mitglieder der IG Metall in den Betrieben über die ganztägigen Warnstreiks ab. Geplant sind geheime Abstimmungen mit Wahlurnen, Mitglieder- oder Vertrauensleuteversammlungen sowie in kleineren Betrieben persönliche Befragungen. "Nach der überwältigenden Beteiligung an den bisherigen Arbeitsniederlegungen erwarten wir breite Unterstützung für die ganztägigen Warnstreiks", sagte Bezirksleiter Geiken. "Die Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben sind bestens vorbereitet für die sich zuspitzende Tarifauseinandersetzung." Im Bezirk Küste zählte die IG Metall in den vergangenen drei Wochen fast 80.000 Warnstreikende.
Am Wochenende war der Einigungsversuch im Tarifkonflikt in Baden-Württemberg abgebrochen worden. Daraufhin hatte der Vorstand der IG Metall die ganztägigen Warnstreiks in bundesweit 250 Betrieben beschlossen. Die vierte Runde der Tarifverhandlungen für die 140.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordwestniedersachsen und Schleswig-Holstein war am vergangenen Donnerstag ohne nennenswerte Annährung beendet worden.
Neben sechs Prozent mehr Geld für zwölf Monate fordert die IG Metall einen Anspruch auf zeitweise Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit auf bis zu 28 Stunden und einen Entgeltzuschuss für die Beschäftigten, die ihre Arbeitszeit verringern und Kinder betreuen, Familienangehörige pflegen oder im Schichtdienst arbeiten.
Weitere Themen der Verhandlungen sind eine bezahlte Freistellung vor Prüfungen für Auszubildende und Dual-Studierende, Regelungen zum Personalausgleich und für Umkleidezeiten, die Angleichung der Schichtzuschläge und eine Verhandlungsverpflichtung für einen Prozess zur Angleichung der Tarifverträge im Osten.
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