Luft- und Raumfahrtindustrie auf Mangel an Fachkräften nicht vorbereitet
IG Metall fordert mehr Festeinstellungen statt Leiharbeit und Werkverträge
(18.08.2014) Die Unternehmen der Luft- und Raumfahrtindustrie tun zu wenig, um den zunehmenden Mangel an Fachkräften in der Branche zu stoppen. Zu diesem Ergebnis kommt die IG Metall Küste aufgrund einer Befragung von Betriebsräten aus 18 Unternehmen in Norddeutschland, die fast 30.000 Beschäftigte repräsentieren. „Die Unternehmen setzen weiterhin im großen Stil auf Leiharbeit und Werkverträge“, kritisierte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste. Er forderte die Unternehmen zu mehr Festeinstellungen auf: „Angesichts der guten Auftragslage im Passagierflugzeugbau ist das mehr als gerechtfertigt.“
In den befragten Unternehmen sind neben den knapp 30.000 Stammbeschäftigten mindestens 5700 Leiharbeiter und über 4200 Beschäftigte mit Werkvertrag tätig. Während die Leiharbeit etwas zurückgeht, nehmen Werkverträge zu: Rund 40 Prozent der Betriebsräte befürchten, dass sich der Trend zur Umwandlung in Werkverträge verschärft. „Wir brauchen deshalb dringend mehr Mitbestimmung für unsere Betriebsräte, damit sie gegen einen Missbrauch von Werkverträgen und ungerechtfertigte Fremdvergaben vorgehen können“, so Geiken
Nach Angaben der Betriebsräte gibt es nur in 27 Prozent der norddeutschen Betriebe eine langfristige und strategische Personalplanung. „Die Unternehmen sind auf den demographischen Wandel nicht vorbereitet. Sie müssen mehr Auszubildende einstellen und den Beschäftigten eine langfristige Perspektive sowie mehr Möglichkeiten zur Weiterbildung geben“, sagte der IG Metall-Bezirksleiter. „Bereits jetzt haben mehr als 70 Prozent der Betriebe Probleme bei der Besetzung offener Stellen. Das zeigt, wie dringend die Unternehmen handeln müssen.“
Die Aussichten für die Branche sind insgesamt gut: In über 70 Prozent der Firmen erwarten die Betriebsräte eine gleichbleibende oder zunehmende Auftragslage. Mehr als ein Drittel der Betriebe ist sogar bis 2018 voll ausgelastet. Dem entsprechend werden auch in mehr als 80 Prozent der Betriebe keine Veränderungen bei der Beschäftigung oder sogar ein Stellenzuwachs erwartet.
Die Umfrage wurde von der Agentur für Struktur- und Personalentwicklung GmbH (AgS) im Auftrag der IG Metall im Frühjahr 2014 durchgeführt. Bundesweit beteiligten sich daran Betriebsräte aus 62 Betrieben mit mehr als 72.000 Beschäftigten.
:: Medien-Information 27 / 2014 (PDF | 27 KiB)
:: Ergebnisse der Befragung (PDF | 941 KB)
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