IG Metall stellt Umfrage zu prekärer Beschäftigung vor

IG Metall kündigt betrieblichen Aktionstag am 24.02.2011 an

(16.02.2011) Die IG Metall fordert faire und sichere Arbeitsverhältnisse und kritisiert die Zunahme von Leiharbeit, Werkverträgen und befristeten Einstellungen.

„Der Aufschwung geht an vielen Beschäftigten vorbei. Ein Skandal, den die Beschäf-tigten nicht mehr hinnehmen werden“, begründet Jutta Blankau, Bezirksleiterin IG Metall Bezirk Küste, den betrieblichen Aktionstag am 24. Februar. „Die Arbeitgeber nutzen den Aufschwung zur Ausweitung prekärer Beschäftigung und die Regie-rungskoalition blockiert die gesetzlichen Regelungen, die den Missbrauch von Leih-arbeit und befristeten Arbeitsverhältnissen verhindert“, so Blankau und kritisiert in diesem Zusammenhang die widersinnige Haltung der Arbeitgeber. Diese beklagen einerseits den Fachkräftemangel, übernehmen andererseits Ausgebildete aber nicht in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis oder bilden überhaupt nicht aus.

Blankau zeigte sich verärgert darüber, dass die CDU/FDP-Regierung im Vermitt-lungsausschuss letztendlich eine Equal-pay-Vereinbarung für die Leiharbeitsbeschäf-tigten abgelehnt hat. Die Einführung einer Lohnuntergrenze reicht nicht aus, um den Missbrauch von Leiharbeit zu verhindern. Leiharbeitsbeschäftigte müssen ab dem ersten Tag ihres Einsatzes im Betrieb das gleiche Geld wie die Stammbelegschaften erhalten, forderte Blankau. Selbst der im Vermittlungsausschuss ursprünglich disku-tierte Vorschlag der CDU/FDP-Regierung, diesen Grundsatz ab dem neunten Einsatzmonat gelten zu lassen, wird der Situation der Beschäftigten und der betrieb-lichen Praxis nicht gerecht, da die überwiegende Zahl der Leiharbeiter weniger als sechs Monate im Entleihbetrieb arbeitet, betonte die Bezirksleiterin.

Die IG Metall stellt das Umfrageergebnis zum prekären Beschäftigungsverhältnis vor. Die Befragung der IG Metall von 449 Betrieben im Bezirk Küste belegt die Zunahme von prekären Beschäftigungsverhältnissen. Demnach werden in 47 Prozent der Be-triebe ausgebildete Menschen befristet übernommen und trotz Facharbeitermangels werden rund 10 Prozent aller Ausgebildeten nicht übernommen und direkt in die Ar-beitslosigkeit entlassen. Rund 50 Prozent der Betriebe stellt Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nur noch befristet ein. In 40 Prozent der Betriebe werden Beschäftigte über Werkverträge eingesetzt. Rund 16 Prozent der Betriebe geben an, in den letz-ten drei Monaten mehr Leiharbeitnehmer zu beschäftigen, 35 Prozent der Betriebe setzen auf gleichbleibend hohem Niveau auf Leiharbeit.

Blankau kündigte für den Aktionstag am 24. Februar betriebliche Aktionen im gesam-ten Bezirk Küste an. In Bremen und Bremerhaven werden in 15 Betrieben Protest-kundgebungen, zusätzlichen Belegschaftsversammlungen und Info-Veranstaltungen stattfinden.

:: Medieninformation_06_Aktionstag_24_Februar (PDF | 27 KiB)

:: Ergebnisse_Online_Befragung (PDF | 441 KB)



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Heiko Messerschmidt
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