Geiken: "Geschäftsführer dürfen sich nicht aus der Verantwortung stehlen"
IG Metall Küste fordert Kabelhersteller Waskönig+Walter zur Rückkehr in den Flächentarif auf
(30.04.2019) Die IG Metall Küste hat den Kabelhersteller Waskönig+Walter in Ramsloh (Kreis Cloppenburg) aufgefordert, den Austritt aus dem Arbeitgeberverband Nordmetall zurückzunehmen und die Bindung an den Flächentarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie für die Beschäftigten zu sichern. "Seit dem Verbandsaustritt der Waskönig+Walter Kabel-Werk GmbH & Co. KG und der Waskönig+Walter Besitz und Verwaltungs GmbH & Co. KG im Oktober vergangenen Jahres herrscht Unruhe in den Betrieben. Die Beschäftigten werden nicht hinnehmen, dass künftige Tarifabschlüsse und die im Flächentarifvertrag geregelten Standards nicht mehr gelten sollen", sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste, am Montag in Oldenburg. "Geschäftsführer Michael Waskönig war über Jahre stellvertretender Vorsitzender von Nordmetall. Geschäftsführer Jörg Waskönig will im Sommer als Vorsitzender 100 Jahre Arbeitgeberverband Oldenburg mit dem Ministerpräsidenten und anderen Gästen feiern. Dazu passt nicht, sich aus der Verantwortung für die Beschäftigten zu stehlen und ihnen die Vorteile der Flächentarifverträge vorzuenthalten", so Geiken weiter.
"Die Belegschaft ist gut aufgestellt. Sie hat sich in den vergangenen Monaten mit unserer Unterstützung auf eine mögliche Auseinandersetzung vorbereitet", erklärte Martina Bruse, Geschäftsführerin der IG Metall Oldenburg. "Mit einem Zurück in den Flächentarif und den Arbeitgeberverband Nordmetall hat die Geschäftsführung jetzt noch die Möglichkeit, wieder auf die Beschäftigten zu zugehen. Sie wollen gute und sichere Arbeit zu den Bedingungen des Flächentarifvertrages. Einen Haustarifvertrag nach den Vorstellungen der Geschäftsführung lehnen sie ab."
Das ursprüngliche Unternehmen Waskönig+Walter ist in den vergangenen Jahren in vier Unternehmen und Betriebe zerschlagen worden, von denen in zwei bisher der Flächentarifvertrag gelten sowie in einem ein Haustarifvertrag und in einem weiteren kein Tarifvertrag gilt. Insgesamt arbeiten 550 Beschäftigte in der Unternehmensgruppe, die sich selbst als Familienbetrieb mit 140jähriger Tradition und sozialer Verantwortung darstellt.
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