Geiken: „Wirtschaft und Politik in MV schweigen noch immer.“

IG Metall Küste fordert Konsequenzen nach dem Skandal um Werkvertragsbeschäftigte

(19.08.2014) Nach dem Skandal um die Arbeits- und Lebensbedingungen von griechischen Werkvertragsbeschäftigten in Mecklenburg-Vorpommern fordert die IG Metall Küste Konsequenzen. „Unternehmen und Politik dürfen nicht zur Tagesordnung übergehen“, sagte Bezirksleiter Meinhard Geiken. „Sie müssen alles dafür tun, damit sich solche unerträglichen Zustände wie in Groß Stieten und Lubmin nicht wiederholen.“

Wie nach dem Tod von zwei rumänischen Werkvertragsbeschäftigten, die auf der Meyer Werft in Papenburg eingesetzt waren, wird die IG Metall Küste die Unternehmen der Metall- und Elektronindustrie erneut auffordern, verbindliche Regelungen gegen einen Missbrauch von Werkverträgen zu schaffen. „Außer auf der Neptun-Werft in Rostock-Warnemünde gab es dazu bislang in Mecklenburg-Vorpommern allerdings keine Bereitschaft“, kritisierte Geiken. „Angesichts der neuen Vorfälle müssen die Arbeitgeber ihre Blockadehaltung endlich aufgeben.“

Von der Landesregierung in Schwerin verlangt Geiken, dass sie sich bei den anstehenden Beratungen über ein Gesetz gegen einen Missbrauch von Werkverträgen auf Bundesebene für eine strikte Regelung einsetzt. Geprüft werden müsse auch, wie Mecklenburg-Vorpommern angemessene Standards bei der Unterbringung von Beschäftigten sichern könne. „Außerdem brauchen wir dringend schärfere Kontrollen durch die Behörden wie Gewerbeaufsicht und Zoll sowie mobile Beratungsteams, die als Ansprechpartner für die Werkvertragsbeschäftigten in den Betrieben unterwegs sind“, so der IG Metall-Bezirksleiter. „In Niedersachsen und vielen anderen Bundesländern leisten diese wertvolle Arbeit.“

Der Gewerkschafter erinnerte daran, dass der Tod der zwei rumänischen Werkvertragsbeschäftigten in Niedersachsen zu einem Umdenken führte: „Die Meyer Werft war darauf hin bereit, mit uns den bundesweit ersten Tarifvertrag gegen einen Missbrauch von Werkverträgen abzuschließen. Und auch die Landesregierung in Hannover wurde aktiv: Sie setzte neue Standards bei der Unterbringung von Arbeitnehmern und startete eine Bundesratsinitiative, die den Missbrauch von Werkverträgen eindämmen soll“, erklärte Geiken. „In Mecklenburg-Vorpommern schweigen Wirtschaft und Politik dagegen noch immer.“

:: Medien-Information 28 / 2014 (PDF | 27 KiB)



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Heiko Messerschmidt
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