Geiken: "Angekündigte Insolvenz ist Schock für die Mitarbeiter"

IG Metall Küste fordert Perspektive für Beschäftigte des Windanlagenherstellers Senvion

(09.04.2019) Nachdem der Windanlagenhersteller Senvion für die beiden deutschen Gesellschaften Senvion GmbH und Senvion Deutschland GmbH Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt hat, fordert die IG Metall Küste eine Zukunft für die Standorte und die 2100 Beschäftigten in Deutschland. "Die Ankündigung ist ein Schock für die Mitarbeiter, die über Jahre ihr Know-how für das Unternehmen und die Windkraftbranche eingebracht haben", sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste. "Die Beschäftigten brauchen eine Perspektive. Das ist für uns das Wichtigste in dieser schwierigen Lage", so der Gewerkschafter.

(Foto: Markus Scholz)

"Dass die finanzielle Situation angespannt ist, war allen klar. Aber dass Eigentümer und Banken sich bisher nicht einigen konnten, weiteres Geld einzusetzen, und den Gang zum Insolvenzrichter in Kauf nehmen, ist beunruhigend", erklärte Geiken. Unklar sei auch, was der Einstieg von neuen Investoren mit kurzfristigem Interesse bedeute. "Wir werden uns jetzt eng mit den Betriebsräten und den IG Metall-Geschäftsstellen abstimmen und die weiteren Schritte planen. Dafür ist am Freitag ein erstes Treffen geplant."

Der Gewerkschafter forderte die Unterstützung der Landesregierungen in Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein ein. "Wir werden auf die Ministerpräsidenten und Wirtschaftsminister zugehen und mit ihnen beraten, welche kurzfristigen Maßnahmen zur Sicherung der Beschäftigung und Standorte möglich sind", so Geiken. "Für die Zukunft der Windindustrie in Deutschland ist entscheidend, dass die Bundesregierung umgehend für einen ambitionierteren und verlässlichen Ausbaupfad sorgt. Anders sind die Klimaschutzziele nicht zu erreichen und anders lassen sich auch Arbeitsplätze und Wertschöpfung in der Branche nicht sichern."

Die IG Metall Küste erinnert an die Auseinandersetzung mit dem Unternehmen in 2017, als dieses die Streichung von 730 Stellen und die Schließung der Werke in Husum und Trampe sowie Powerblades in Bremerhaven angekündigt hatte. "Die Geschäftsführung verweigerte damals jede Diskussion um Alternativen zu Entlassungen und Standortschließungen", so Geiken. "In einer harten Auseinandersetzung haben wir gut ausgestattete Sozialpläne und Transfergesellschaften durchgesetzt. Der Konflikt damals hat gezeigt: die Belegschaft bei Senvion ist bereit, für ihre Interessen zu kämpfen."



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Heiko Messerschmidt
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