Geiken: „Forderung um sechs Prozent mehr Geld gerechtfertigt“

IG Metall Küste startet mit Regionalkonferenzen in die Tarifrunde für die Metall- und Elektroindustrie

(21.09.2017) Mit einer breit angelegten Diskussion über die Forderungen startet die IG Metall Küste in die Tarifrunde für die 140.000 Beschäftigten der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie. Auftakt sind drei Regionalkonferenzen in Großenkneten (Bremen und Nordwestniedersachsen), Neumünster (Hamburg und Schleswig-Holstein) und Rostock (Mecklenburg-Vorpommern) in der nächsten Woche. Bis zum Beschluss in der Tarifkommission Ende Oktober wird in den Betrieben und den örtlichen IG Metall-Geschäftsstellen weiter über die Höhe der Entgeltforderung und das Thema Arbeitszeit diskutiert.

"Die Wirtschaft brummt, der Metall- und Elektroindustrie geht es gut. Deshalb halte ich eine Forderung um sechs Prozent mehr Geld für gerechtfertigt", sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste, am Donnerstag in Hamburg. Bestätigt sieht sich der Gewerkschafter durch die Konjunkturumfrage des Arbeitgeberverbandes Nordmetall aus dem Frühjahr, in der 82 Prozent der Unternehmen von einer guten oder befriedigenden Geschäftslage sprachen. "Auch unsere aktuelle Befragung bei den Betriebsräten zeigt, dass die wirtschaftliche Situation besser als vor Beginn der letzten Tarifrunde ist", so Geiken.

Außerdem will die IG Metall Arbeitszeiten für die Beschäftigten durchsetzen, die zum Leben passen. "Als Forderung zeichnet sich der tarifvertragliche Anspruch ab, die wöchentliche Arbeitszeit befristet auf bis zu 28 Stunden abzusenken", erläuterte der Bezirksleiter. "Danach müssen die Beschäftigten automatisch auf Vollzeit zurückkehren können." Außerdem sollen diejenigen, die in Schicht oder anderen belastenden Arbeitszeitsystemen arbeiten oder bei denen es im privaten Bereich um die Betreuung von Kindern und die Pflege naher Angehörigen geht, einen tarifvertraglichen Anspruch auf einen Entgeltzuschuss bekommen.

"Wir diskutieren außerdem über weitere Themen ¬- etwa die bezahlte Freistellung der Auszubildenden jeweils am Tag vor den Prüfungen, höhere Nachtschichtzuschläge und Regelungen für Umkleidezeiten", sagte Geiken. Die Kündigung der Tarifverträge und die Forderungen für die Tarifrunde werden am 24. Oktober von der Tarifkommission beschlossen. Die erste Verhandlung im Bezirk Küste ist am 15. November. Die Friedenspflicht endet am 31. Dezember.



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Heiko Messerschmidt
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