Geiken: "Alle Beteiligten müssen an einen Tisch"

IG Metall Küste und Betriebsräte fordern schnelle Lösung bei Marineaufträgen

(23.05.2017) Die IG Metall Küste und Betriebsräte der beteiligten Unternehmen haben sich in einer Stellungnahme an die Bundesregierung gerichtet. Schnelle Vergabe-Entscheidungen sind gefragt.

Die IG Metall Küste sowie Betriebsräte von Werften und Zulieferern fordern eine schnelle Lösung bei der Vergabe der Korvetten K 130 und weiterer Marine-Aufträge. "Alle Beteiligten müssen an einen Tisch und gemeinsam nach Wegen suchen, damit die Aufträge möglichst zügig vergeben werden können", sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste, nach einem kurzfristig angesetzten Treffen mit Betriebsräten der beteiligten Unternehmen. "Es geht um die Zukunft des Marineschiffbaus in Deutschland. Bei einer weiteren Verzögerung der Aufträge drohen Kurzarbeit, Entlassungen und Standort-Schließungen. Wichtiges Know-how ginge verloren", so der Gewerkschafter.

In einer gemeinsamen Stellungnahme wenden sich IG Metall Küste und Betriebsräte an die Bundesregierung und die beteiligten Unternehmen:

Gemeinsame Stellungnahme der IG Metall Küste und der Betriebsratsvorsitzenden der betroffenen Unternehmen

Durch die Verzögerungen bei der Auftragsvergabe im Marineschiffbau drohen massive Auswirkungen auf Arbeitsplätze und Standorte an der Küste. IG Metall Küste und Betriebsräte befürchten Kurzarbeit, Entlassungen und Standort-Schließungen. Sollte sich die Vergabe weiter verzögern, ginge wichtiges Know-how verloren und die Bundesregierung würde ihr in der Maritimen Agenda 2025 selbst gesetztes Ziel, "eine den stetig steigenden Anforderungen angemessene Ausrüstung der Deutschen Marine (…) sicherzustellen", gänzlich verfehlen.

Wir fordern von der Bundesregierung:

  • Schnelle Vergabe-Entscheidungen zu Korvetten K 130 und Mehrzweckkampfschiffen MKS 180: Dadurch Sicherung einer Grundauslastung der Werften und – wie im Koalitionsvertrag vereinbart - Erhalt einer leistungsfähigen wehr- und sicherheitstechnischen Industrie.

  • Keine europäischen Ausschreibungen ohne faire Wettbewerbsbedingungen: Heute massive Wettbewerbsverzerrungen, weil mittelständische deutsche Unternehmen gegen große, staatlich unterstützte Werften, z.B. aus Frankreich oder Italien, konkurrieren.

  • Überwasserschiffbau als Schlüsselindustrie anerkennen: Nationale Referenzprojekte sind Grundlage für mögliche Aufträge aus und Kooperationen mit anderen Ländern im Rahmen der Exportrichtlinien.

Wir fordern von den beteiligten Unternehmen:

  • Zusammenarbeit der Unternehmen, insbesondere um bei der Vergabe der K 130 und zukünftigen Marineaufträgen eine schnelle Lösung zu finden.

  • Keine Angebote auf Kosten der Belegschaften: Erhalt der Arbeitsplätze und Standorte; Tarifbindung und Mitbestimmung müssen Grundlage für das unternehmerische Handeln sein.

  • Die deutschen Werften und Zulieferer haben die Kapazitäten und das Know-how, um die von der Marine dringend geforderten Schiffe zu bauen.

IG Metall Küste, Betriebsrat Blohm+Voss GmbH, Betriebsrat thyssenkrupp Marine Systems Kiel, Betriebsrat thyssenkrupp Marine Systems Emden, Betriebsrat thyssenkrupp Marine Systems Hamburg, Betriebsrat Fr. Lürssen Werft GmbH & Co KG, Betriebsrat Neue Jadewerft GmbH, Betriebsrat Abeking & Rasmussen SE, Betriebsrat Peene-Werft GmbH & Co KG, Betriebsrat German Naval Yards Kiel, Betriebsrat Nobiskrug GmbH, Betriebsrat Lürssen Kröger Werft GmbH & Co KG, Betriebsrat Raytheon Anschütz GmbH




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Heiko Messerschmidt
Pressesprecher
IG Metall Bezirksleitung Küste
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