Friedrich: „Spezialisten nicht auf die Straße setzen“

IG Metall Küste warnt vor Kahlschlag auf den Werften in Wolgast und Stralsund

(11.12.2009) Die IG Metall Küste hat Widerstand gegen die geplanten Massenentlassungen auf der Peene-Werft Wolgast und der Volkswerft Stralsund angekündigt. Sie warnt vor einem Kahlschlag auf Kosten der Zukunftsfähigkeit der Werften.

„Wenn die Werften Spezialschiffe bauen wollen, dürfen sie jetzt nicht ihre Spezialisten auf die Straße setzen“, sagte Daniel Friedrich, Verhandlungsführer für die Hegemann-Werften am Freitag in Hamburg. „Die Zukunft der Werften und der Arbeitsplätze darf nicht durch kurzsichtiges Handeln der Banken und Unternehmensberater gefährdet werden“, so der Gewerkschafter.

Friedrich forderte die Sanierungsbeauftragten des Unternehmens auf, die Kurzarbeit an beiden Standorten maximal auszunutzen. Das bringe wesentlich mehr, als immer neue Zahlen für einen Personalabbau ins Spiel zu bringen. Auch Bund und Land müssen sich dafür stark machen, dass ihre eigenen Instrumente genutzt werden. „Die Landesregierung kann keine Massenentlassungen wollen, wenn es eine vernünftigte betriebswirtschaftliche Alternative gibt.“

Vorschläge, die auf Massenentlassungen, Lohnverzicht und Leiharbeit setzen, lehnt die IG Metall Küste ab. „Es gibt bislang kein fertiges Sanierungskonzept und auch die Finanzierung ist noch vollkommen unklar. Bis Ende des Jahres wird es deshalb keine Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern geben“, erklärte IG Metall-Bezirkssekretär Friedrich. „Wir lassen uns nicht erpressen und werden deshalb nichts unterschreiben, was die Beschäftigten in einer Nacht- und Nebelaktion zu massiven Einschnitten drängt.“ Die Arbeitnehmer haben in diesem Jahr bereits auf 50 Prozent des Weihnachtsgeldes verzichtet und damit einen Beitrag zur Sanierung des Unternehmens geleistet, so Friedrich.

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Heiko Messerschmidt
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