Befragung der IG Metall Küste
Kaum zusätzliche Arbeit durch Windindustrie
(24.09.2014) Die Reform des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) hat bislang nicht zu mehr Beschäftigung in der norddeutschen Windindustrie gesorgt. Das ist das Ergebnis einer Befragung von Betriebsräten von IG Metall Küste und Agentur für Struktur- und Personalentwicklung (AgS). „Nach der EEG-Reform gab es erste ermutigende Signale aus den Unternehmen, aber bislang haben die angekündigten Aufträge kaum zusätzliche Arbeit an die Küste gebracht“, sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste.
Insbesondere in Unternehmen, die hauptsächlich für die Offshore-Industrie produzieren, ist die Situation weiterhin kritisch. Nach Angaben der Betriebsräte reichen die Aufträge in diesem Bereich bis maximal Mitte nächsten Jahres. „Die von der WindEnergy in Hamburg ausgehende Aufbruchsstimmung muss auch bei den Beschäftigten ankommen“, erklärte Geiken. „Statt Chancen und Perspektiven verbinden viele Mitarbeiter in der Produktion mit der Energiewende nach wie vor Entlassungen und Kurzarbeit.“
Nach der Befragung sind in der Windindustrie seit Anfang vergangenen Jahres mehr als 2.000 Arbeitsplätze abgebaut worden. IG Metall-Bezirksleiter Geiken forderte die Unternehmen auf, die Beschäftigten zu halten: „Das Know-how der Betriebe darf nicht verloren gehen. Die Unternehmen müssen deshalb Kurzarbeit und Qualifizierungen nutzen.“
Kritisch sieht die Gewerkschaft den hohen Anteil an Leiharbeit und die geringe Ausbildungsbereitschaft in vielen Unternehmen der Branche. „Saubere Energie und gute Arbeit gehören zusammen: Eine Branche, die von hoher öffentlicher Förderung profitiert, muss auch ihrer gesellschaftlichen und sozialen Verantwortung gerecht werden“, so Geiken. „Das gilt auch für die Mitbestimmung. Es ist nicht hinnehmbar, dass ein Unternehmen wie Enercon die Arbeit von Betriebsräten behindert.“
:: Medien Information 35 / 2014 (PDF | 26 KiB)
:: Zusammenfassung der Ergebnisse einer Blitzumfrage im September 2014 (PDF | 134 KB)
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